Moderne zoologische Einrichtungen setzen sich für „Arten- und Populationsschutz" ein.

Ein Aspekt dabei ist, dass die Forderung nach der Unversehrtheit einzelner Tiere nicht uneingeschränkt mit der artgemäßen Haltung aller Wildtierarten vereinbar ist. Dieses betrifft u.a. die notwendige Fütterung von Beutegreifern mit Fleisch bzw. Schlachtkörpern (inkl. von anderen Zootieren) und das Populationsmanagement (Töten von zuchttauglichen und gesunden Tieren), besonders im Rahmen von koordinierten Zuchtprogrammen.

Die Unterbindung von Werbung, Paarung und Jungenaufzucht nimmt Tieren dabei wichtige Elemente eines artgemäßen Lebens.

Aus diesen Definitionen ergibt sich keinerlei Widerspruch zwischen den berechtigten Anliegen des Tierschutzes zu einer verantwortungsvollen und fachgerechten Haltung von Wildtieren.

Organisationen der Tierrechtsindustrie nehmen hingegen, mit einem vermeintlich "höherwertigen moralischen Anspruch des Individualtierschutzes", die Ausrottung von Tierarten billigend in Kauf oder wirken gezielt darauf hin.

 

Tierschutz im Naturschutz-Tierpark Görlitz

Für Tiere, die speziell zum Zweck des Verfütterns

an Beutegreifer gehalten bzw. gezüchtet werden wie z.B. Kleinsäuger oder Haushuftiere gilt in gleichem Maße, dass gesetzliche Vorgaben des Tierschutzes hierbei zu jeder Zeit und in jeder Hinsicht zwingend zu beachten sind.

Die Verfütterung von sog. „Ganzkörpern" an Beutegreifer

ist ernährungsphysiologisch und verhaltensbiologisch für deren tiergerechte Haltung in menschlicher Obhut der Idealfall. In zoologischen Einrichtungen muss der offene Umgang mit dieser Thematik der Vermittlung natürlicher bzw. naturnaher Lebenskreisläufe genutzt werden.

Fleischfresser wie etwa unsere Gänsegeier ernähren sich nicht vegetarisch.

Für eine artgerechte Haltung brauchen  Raubtiere tierische Nahrung. Wir erzeugen dieses Fleisch im Tierpark. Nur so ist es uns möglich weitestgehend auf Produkte aus der nicht artgerechten industriellen Massentierhaltung zu verzichten.

Unseren „Futtertieren“ bieten wir ein artgerechtes Leben. Dazu zählen:

  •  Viel Auslauf
  •  Artgerechtes Futter
  •  Das Aufwachsen zusammen mit dem Muttertier und Geschwistern
  •  Beschäftigung und Enrichment
  •  Transportwege von wenigen Metern
  •  fachgerechtes Töten vor Ort

Der „Tierschutz" zielt darauf ab, Tieren individuell ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, ohne ihnen unnötiges Leid, Schmerzen oder Schäden zuzufügen. Der Tierschutz orientiert sich am Tierschutzrecht, welches durch entsprechende EU-Verordnungen, nationale Tierschutzgesetze und jeweilige landesrechtliche Bestimmungen geregelt ist.

Tierschützer unterscheiden sich damit von Tierrechtlern,

die extreme Standpunkte vertreten indem sie jegliche (Nutz-) Tierhaltung durch den Menschen ablehnen. Sie möchten Tiere und Menschen tendenziell gleichgestellt sehen.

 

Als wissenschaftlich geleitete zoologische Einrichtung, die Mitglied aller relevanter nationaler und internationaler Zooverbände ist, stellt der Naturschutz-Tierpark Görlitz an alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

höchste Ansprüche hinsichtlich einer tier- bzw. artgerechten Haltung seiner Pfleglinge.

Zudem steht die Tierparkleitung in engem und regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Aufsichtsbehörden wie z.B. der Unteren Naturschutzbehörde und dem Veterinäramt.

"Die Forderung nach einem uneingeschränkten Schutz von Tierindividuen ist nicht immer mit dem Artenschutz vereinbar."