Rubrikbild Tier-Naturschutz
 

Tier- und Artenschutz im Naturschutz-Tierpark Görlitz

fronten Zoologische Einrichtungen haben im Verlauf ihrer Geschichte einen Wandel durchlaufen: Aus Menagerien von einst sind aktive Drehscheiben des Artenschutzes geworden, die sich zudem für Bildung und Forschung einsetzen. Die Frage nach der „Güte" einer zoologischen Einrichtung ist sehr komplex – zumal sich die Bedürfnisse verschiedener Anspruchsgruppen einander ggf. widersprechen. Zu beachten ist, dass es keine einheitliche und verbindliche Definition für tierhaltende Einrichtungen, die sich "Zoo" nennen, gibt. Für die teilweise kontrovers geführten Diskussionen über die „Tierschutzgerechtigkeit" der Haltung von Wildtieren in menschlicher Obhut sind die abweichenden Standpunkte und Definitionen zu den Begriffen „Tierschutz", „Tierrecht" und „Arten- und Populationsschutz" von Bedeutung.

Der „Tierschutz" zielt darauf ab, Tieren individuell ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, ohne ihnen unnötiges Leid, Schmerzen oder Schäden zuzufügen. Der Tierschutz orientiert sich am Tierschutzrecht, welches durch entsprechende EU-Verordnungen, nationale Tierschutzgesetze und jeweilige landesrechtliche Bestimmungen geregelt ist. Tierschützer unterscheiden sich damit von Tierrechtlern, die extreme Standpunkte vertreten indem sie jegliche (Nutz-) Tierhaltung durch den Menschen ablehnen. Sie möchten Tiere und Menschen tendenziell gleichgestellt sehen.


WAZA
Moderne zoologische Einrichtungen setzen sich für „Arten- und Populationsschutz" ein. Ein Aspekt dabei ist, dass die Forderung nach der Unversehrtheit einzelner Tiere nicht uneingeschränkt mit der artgemäßen Haltung aller Wildtierarten vereinbar ist. Dieses betrifft u.a. die notwendige Fütterung von Beutegreifern mit Fleisch bzw. Schlachtkörpern (inkl. von anderen Zootieren) und das Populationsmanagement (Töten von zuchttauglichen und gesunden Tieren), besonders im Rahmen von koordinierten Zuchtprogrammen.

Die Unterbindung von Werbung, Paarung und Jungenaufzucht nimmt Tieren dabei wichtige Elemente eines artgemäßen Lebens. Aus diesen Definitionen ergibt sich keinerlei Widerspruch zwischen den berechtigten Anliegen des Tierschutzes zu einer verantwortungsvollen und fachgerechten Haltung von Wildtieren.

Organisationen der Tierrechtsindustrie nehmen hingegen, mit einem vermeintlich "höherwertigen moralischen Anspruch des Individualtierschutzes", die Ausrottung von Tierarten billigend in Kauf oder wirken gezielt darauf hin.

Für Tiere, die speziell zum Zweck des Verfütterns an Beutegreifer gehalten bzw. gezüchtet werden wie z.B. Kleinsäuger oder Haushuftiere gilt in gleichem Maße, dass gesetzliche Vorgaben des Tierschutzes hierbei zu jeder Zeit und in jeder Hinsicht zwingend zu beachten sind.

Die Verfütterung von sog. „Ganzkörpern" an Beutegreifer ist ernährungsphysiologisch und verhaltensbiologisch für deren tiergerechte Haltung in menschlicher Obhut der Idealfall. In zoologischen Einrichtungen muss der offene Umgang mit dieser Thematik der Vermittlung natürlicher bzw. naturnaher Lebenskreisläufe genutzt werden.  

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"Die Forderung nach einem uneingeschränkten Schutz von Tierindividuen ist mit dem Tier- und Artenschutz nicht immer vereinbar"


Tierschutz im Naturschutz-Tierpark Görlitz
schlachtenAls wissenschaftlich geleitete zoologische Einrichtung, die Mitglied aller relevanter nationaler und internationaler Zooverbände ist, stellt der Naturschutz-Tierpark Görlitz an alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höchste Ansprüche hinsichtlich einer tier- bzw. artgerechten Haltung seiner Pfleglinge. Zudem steht die Tierparkleitung in engem und regelmäßigem Kontakt mit den zuständigen Aufsichtsbehörden wie z.B. der Unteren Naturschutzbehörde und dem Veterinäramt.
In unserer Wildtierauffangstation werden verletzte oder verwaiste Wildtiere gepflegt und wenn möglich wieder freigelassen .
Auch die Sensibilisierung und Aktivierung möglichst vieler Menschen für die Bewahrung und den Schutz von Lebewesen und Lebensräumen ist ein wichtiger, wenn nicht der entscheidende Teil unserer Naturschutz-Arbeit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierparks und der Zooschule beteiligen sich aktiv an der Aus- und Weiterbildung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Spezielle Unterrichtsangebote der Zooschule befassen sich z.B. mit der tierschutzgerechten Haltung von Heimtieren. Der Naturschutz- Tierpark Görlitz unterstützt vielfach Ämter und Fachbehörden bei der Beschlagnahme, Unterbringung oder Vermittlung von tierschutzrelevant gehaltenen Wildtieren an geeignete Haltungseinrichtungen.

Koordinierte Zuchtprogramme
EEP
Importe wildlebender Tiere aus den Herkunftsländern sind heute aufgrund arten- und tierseuchenrechtlicher Einschränkungen immer seltener möglich. Zoologische Einrichtungen sind auch deshalb darauf angewiesen, sich selbst erhaltende Tierpopulationen aufzubauen. Internationale Zusammenarbeit ist dazu unerlässlich. Aus diesem Grund wurden 1985 erstmals innerhalb der Europäischen Zoo- und Aquarien-Vereinigung (EAZA) die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) und Zuchtbücher (ESB) ins Leben gerufen. Im Netzwerk beteiligter Zoos wird so die Zucht etlicher bedrohter Arten in Menschenobhut koordiniert.

Für jedes Zuchtbuch ist ein Koordinator verantwortlich. Dabei handelt es sich meist um Mitarbeiter eines am Zuchtprogramm beteiligten Zoos. Zuchtbücher werden jährlich aktualisiert und sämtliche Individuen der betreffenden Tierart aufgeführt. Die Daten zu Geschlecht, Alter, Verwandtschaftsverhältnissen und Nachkommenzahl erlauben eine computergestützte genetische und demographische Analyse, auf deren Grundlage Empfehlungen z.B. zu Tiertransfers und optimalen Verpaarungen gegeben werden. Das Ziel ist es, verhaltensintakte Tierbestände zu pflegen, Inzucht zu vermeiden und die genetische Vielfalt in einer Tierpopulation über viele Generationen zu erhalten. Nur so können sich Lebewesen langfristig an ihre Umwelt anpassen, was auch im Hinblick auf eine mögliche Wiederansiedlung von in Zoos geborenen Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum von Bedeutung ist. Der Naturschutz- Tierpark Görlitz ist aktuell mit 10 Tierarten an koordinierten Zuchtprogrammen beteiligt ( Roter Panda, Manul, Luchs, Goldkopflöwenaffe, Fischotter, Indochinesischer Sika Hirsch, Kropfgazelle, Blaukronenhäherling, Edwardsfasan, Gänsegeier ).

Dass das Konzept von qualifizierten Zoos als „Arche auf Zeit" funktionieren kann, belegen inzwischen zahlreiche Beispiele. Bislang haben über 50 in der Wildbahn einstmals ausgerottete Tierarten und –unterarten nur dank solcher koordinierter Zuchtbemühungen in zoologischen Einrichtungen überleben können. Weit über 200 Tierarten konnten nach Haltung unter menschlicher Obhut bereits erfolgreich in ihrem natürlichen Lebensraum wieder angesiedelt werden. Neben dem hier beschriebenen sogenannten ex-situ-Artenschutz (Programme außerhalb des natürlichen Lebensraums) sind zoologische Einrichtungen auch gefordert, sich für den Schutz der Lebensräume bedrohter Arten vor Ort zu engagieren (in-situ-Artenschutz). Was der Naturschutz-Tierpark Görlitz im Rahmen seiner Naturschutz Patenschaften direkt unterstützt.
PH
Für den Betrieb des Naturschutz- Tierpark Görlitz gelten folgende Grundsätze:
• Die geltenden Gesetze und Vorschriften werden eingehalten.
• Die Sicherheit der Besucher und des Personals ist stets zu gewährleisten.
• Es werden nur Tiere gehalten, denen unter Berücksichtigung ihres Verhaltens, ihrer Sozialstruktur, ihrer räumlichen und klimatischen Ansprüche, ihrer Ernährung sowie der notwendigen Hygiene und medizinischen Versorgung artgemäße Lebensmöglichkeiten in unserem Tierpark geschaffen werden können.
• Die Betreuung der Tiere erfolgt durch ausgebildetes Fachpersonal
• Beteiligung an umfangreichem fachlichen Erfahrungsaustausch (Tagungen, Lehrgänge). Regelmäßig veröffentlichte Jahresberichte und wissenschaftliche Artikel geben Aufschluss über die Arbeit.
• Aktive Teilnahme an diversen Naturschutzprogrammen sowie Durchführung von qualifizierten Bildungsaktivitäten im Tier-, Arten-, Natur- und Umweltschutz.
• Unterstützung möglichst vieler koordinierter Zuchtprogramme, insbesondere für stark gefährdete Arten.
Der Naturschutz-Tierpark Görlitz sieht sich außerdem in den Fragen des Populationsmanagement den Leitlinien des Verbandes deutscher Zoodirektoren (VDZ) von 2008 sowie des Europäischen und des Welt-Zoo- und Aquarien-Verbandes (EAZA, WAZA) in vollem Umfang verpflichtet. Mehr Information zu den genannten Leitlinien gibt es hier.

Pogodynka

 

Aktualności

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Siebzehntes Fohlen des Eselpaares Camilla und Herbert im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec geboren. Więcej…

W skrócie

Naturschutz-Tierpark Görlitz e. V.
Zittauer Str. 43  |  02826 Görlitz



Aktualne godziny otwarcia

od poniedziałku do niedzieli
od 9.00 do 18.00




Bilety wstępu

  • Dorośli: 5,90 €
  • Dzieci (3 - 16 lat): 3,90 €
  • Ceny

 

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