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Niederschlesischer Kurier vom 23. Dezember 2000

Zweiter Manul kürzlich gestorben

Der Görlitzer Naturschutz-Tierpark muss einen weiteren Verlust verkraften. Nachdem erst im Oktober 2000 zwei neue Manule (Pallaskatzen) nach Görlitz gekommen waren, ist eine davon vor wenigen Tagen gestorben.
Der Schönbrunner Tiergarten Wien und der Berliner Tierpark stellten eine Katze bzw. einen Kater aus eigener Nachzucht zur Verfügung. Dem scheuen Max aus der Bundeshauptstadt geht es gut. Er frisst nahezu ohne Unterlass und liegt fast den ganzen Tag an seiner Felswand auf der faulen Haut.
Das Weibchen aus Wien war handzahm und starb sechs Wochen nach ihrer Ankunft.
In der vergangenen Woche ging der Befund des veterinärpathologischen Institutes der Universität Leizig in Görlitz ein.
Daraus erfuhren Tierpark-Direktor Dr. Axel Gebauer und seine Mitarbeiter, dass erneut Toxoplasmose als Todesursache diagnostiziert wurde. "Wir waren genauso bestürzt wie beim letzten Mal, zumal wir alle möglichen Ansteckungsursachen negativ getestet hatten. Bei keinem der Futtertiere und frei lebenden Vögel, die möglicherweise in die Voliere eindringen konnten, sind Toxoplasmen nachgewiesen worden", so Gebauer.
Experten und die Kollegen aus Wien haben die Görlitzer inzwischen beruhigt. Als eigentliche Ursache für die schnelle und tödlich verlaufende Krankheit wurde eine Immunschwäche festgestellt, die von einem bisher unbekannten Virus hervorgerufen wurde. Die Schwäche ist vergleichbar mit Aids beim Menschen oder der felinen Immunschwäche bei Katzen.
Offenbar gibt es bei den Manulen eine ganz spezielle Form, deren Erreger trotz intensiver Untersuchungen in Oklahoma City und Wien bisher nicht isoliert werden konnte. Eine Aufklärung der Krankheit ist allerdings dringend erforderlich, denn mit einer Sterberate zwischen 40 und 100 Prozent bei jungen Manulen in allen Zoos der Welt kann der Bestand auf Dauer nicht erhalten werden.
"Gerade aus diesem Grund wird der Görlitzer Tierpark weiter versuchen, sich mit einem neuen Weibchen an der Zucht und Erhaltung der in ihrem natürlichen Lebensraum in den Hochsteppen Zentralasiens selten gewordenen Katzenart zu beteiligen", sagt Dr. Axel Gebauer.

Frank-Uwe Michel

Sächsische Zeitung vom 18. Dezember 2000

Esel und Kamel spielten nicht mit

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Zum traditionellen Krippenspiel im Bauernhof des Görlitzer Naturschutz-Tierparks kamen gestern rund 200 Besucher. Die Sieben- bis Zehnjährigen des Kinderhauses St. Hedwig spielten die Weihnachtsgeschichte. Der Esel und das Kamel allerdings zeigten sich von ihrer bockigen Seite, sie verweigerten hartnäckig ihre Statistenrolle in dem Stück.

Niederschlesischer Kurier vom 9. Dezember 2000

So viel Schwein kann man gut gebrauchen

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Sau Karola inmitten ihrer zahlreichen Nachkommenschaft.
Ursprünglich galt sie als unfruchtbar, nun scheint sie richtig loszulegen.

"So viel Schwein hab ich in meinem Leben noch nie gehabt!" Zootierinspektorin Karin Riedel traute ihren Augen nicht, als sie am Morgen des 30. November im Haustierstall des Naturschutz-Tierpark Görlitz nach dem Rechten schaute.
"Karola", die vierjährige Edelschweinsau hatte in der Nacht 23 Ferkel zur Welt gebracht. Gegen 11:00 Uhr des nächsten Tages setzte sie dann im wahrsten Sinne des Wortes noch eins drauf und ein 24. Schweinchen purzelte lebend ins Stroh. Einige der Geschwister waren zwar zum Leben zu schwach, doch bisher nuckeln 16 kleine Schnauzen am prallen Gesäuge der Mutter.

Veterinäringenieurin Karin Riedel begann vor 22 Jahren in der Landwirtschaft zu arbeiten, doch so etwas ist ihr noch nicht untergekommen. Selbst der Referent für Schweinezucht beim Sächsischen Landesamt für Landwirtschaft, Siegfried Eckert, bezeichnet das Ergebnis als Spitzenleistung.
Lediglich ein Fall ist bekannt, wo bei einer Sau 28 Ferkel geboren wurden, die allerdings nicht aufgewachsen sind. Ursache für solche Ausnahmeerscheinungen ist ein Ostrus, bei dem gleichzeitig mehrere Eisprünge auftreten. Gerade das war bei "Karola" nicht zu erwarten, denn sie kam nur deshalb 1996 in den Görlitzer Tierpark, weil sie in der Zuchtanlage, in der sie geboren wurde, als unfruchtbar galt. Offenbar hat ihr aber das neue Zuhause gut getan.
Sie brachte vor dem Rekordwurf bereits 114 Ferkel (im Durchschnitt 16,2 pro Wurf) in sieben Würfen zur Welt. Damit ist "Karola" jetzt nicht nur die zweitschönste Sau Sachsens (am 8. Oktober belegte sie, damals noch in anderen Umständen, bei der "Miss-Piggy-Wahl" Rang zwei), sondern auch eine der fruchtbarsten Schweine weit und breit.

Sächsische Zeitung vom 3. November 2000

Hüftgelenk - OP für Affe Billy

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Einen ungewöhnlichen Patienten hatte gestern der Görlitzer Tierarzt Hubertus Thomas in seiner Praxis: Rhesusaffe Billy. Er leidet seit längerer Zeit an Hüftgelenkarthrose, seine linke Beinmuskulatur hat sich bereits um die Hälfte zurückgebildet. Was tun, fragten sich die Mitarbeiter des Naturschutz-Tierparkes und konsultierten den Tierarzt.

Der entschied sich für eine Operation, bei der die Nerven, die die Gelenkkapseln versorgen, durchgetrennt werden. Eine Methode, die bei Hunde beispielsweise erfolgreich angewandt wird. Bei Affen allerdings ist dies wahrscheinlich das erste Mal. So kam Billy für gut eine Stunde unter das Messer von H. Thomas und Assistenzärztin Natascha Nowak. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Billy wieder das kranke Bein belastet und auf allen vier Pfoten herumtollen kann.

Niederschlesischer Kurier vom 11. August 2000

Eingangsbereich wird runderneuert

Von Frank-Uwe Michel

Bisher konzentrierten sich die Bauarbeiten im Görlitzer Naturschutz-Tierpark auf die Gehege der tierischen Insassen. Auf diese Weise brachte es die Einrichtung an der Zittauer Straße bis zum zweiten Platz in der Rangliste der Zeitschrift "Stern", die kürzlich die wichtigsten deutschen Zoos und Tiergärten unter die Lupe genommen hatte. Im Moment geht es aber um den Eingangsbereich, der aufgepeppt und auf einen modernen Stand gebracht wird.
Zootierinspektorin Karin Riedel erklärt den Fortgang der Dinge: "Zurzeit wird am Fundament gearbeitet. Bis zum Winter wollen wir soweit kommen, dass das ganze Objekt wetterfest ist." Die Fertigstellung ist für Oster oder Pfingsten 2001 geplant. Dies hängt vor allem von der weiteren Genehmigung der Vergabe-ABM ab. Der erste Schwung von 15 Personen ist vom 1. Mai bis 31. Oktober am neuen Eingangsbereich beschäftigt. Die Anschlussmaßnahme soll dann die Komplettierung mit dem Innenausbau des Gebäudes sichern. Der Investitionsumfang des Bauwerkes beläuft sich insgesamt auf rund 190.000 DM, wovon ein nicht unerheblicher Teil über Spendengelder des Freundeskreis Tierpark Görlitz e. V. finanziert wird.
Die Gestaltung des Eingangsbereiches fällt aus dem Rahmen des sonst Üblichen. "Wir wollten etwas Besonderes, damit die Leute geradezu über unsere Einrichtung 'stolpern'", erklärt Karin Riedel. Der bisherige Zustand sei nicht mehr zeitgemäß gewesen.
Deshalb wird zwischen dem alten und neuen Kassenhaus ein Verbindungsgang geschaffen, in den der Besucher durch automatisch öffnende und schließende Türen gelangt. "Wir wollen unsere Gäste einfach in freundlicher Atmoshäre empfangen. Dazu gehören natürlich auch ein Platz zum Verweilen und Vitrinen, in denen Plüschtiere, Holzgegenstände und Tierpark-Infos ausgestellt sind, die man auch käuflich erwerben kann", erläutert die Zootierinspektorin.
Verwendet werden in der Hauptsache ökologische Materialien. Viel Holz, Glas, natürlich auch Beton sind die Bestandteile. Das mit runden Holzbindern hergestellte Dach wird begrünt. All das ist natürlich nicht kostenlos zu haben. "Wir hätte sicherlich auch billiger bauen können, es soll aber etwas Vernünftiges werden", so Karin Riedel.

Niederschlesischer Kurier vom 5. August 2000

Gaststätten-Projekt soll spätestens 2001 verwirklicht werden

Von Frank-Uwe Michel

Wer im Görlitzer Naturschutz-Tierpark Hunger und Durst verspürt, der stellt sich an die Schlange am Kiosk an und ersteht eine Wurst, ein Eis oder etwas zu trinken. Verspeist wird das Ganze dann oft im Gehen. Diese bisher recht unbefriedigende Situation - auch in der "Stern"-Untersuchung deutscher Tierparks und Zoos bemängelt, bei der die Görlitzer Einrichtung immerhin auf einen hervorragenden zweiten Platz kam - könnte bald eine grundlegende Besserung erfahren. Zumindest gibt es bereits eine Nutzungskonzeption für die altehrwürdige Villa, die perspektivisch zur Gaststätte mit integrierter Storchenausstellung umgewandelt werden soll. Corina Schmidt und Bodo Plesky, zwei ehemalige Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz, haben sich mit Geschichte und Zukunft des Hauses beschäftigt und viele interessante Fakten zusammengetragen. Die unter Denkmalschutz stehende Villa wurde schon 1849 gebaut, 1922 kam auf der Nordseite ein Anbau hinzu. Insgesamt gibt es in dem Gebäude rund 1.400 Quadratmeter Nutzfläche.
Das Konzept sagt aus, dass das Erdgeschoss künftig zur Gaststätte verwandelt werden könnte, Corina Schmidt und Bodo Plesky gehen bei ihren Überlegungen von 100.000 Besuchern aus, die alljährlich die Tierpark-Tore passieren. Erfahrungswerte besagen, dass zehn Prozent davon auch etwas essen oder trinken wollen. Ein Gastwirt hätte also durchaus eine garantierte Gästezahl.
Die innere Gestaltung des Lokals soll den Gast neugierg auf einen Tierpark-Rundgang machen. Natürlich spielt das Thema Storch dabei die bestimmende Rolle. In zwei Varianten haben die beiden Studenten verschiedene Nutzungsmöglichkeiten dargestellt. Die erste Variante geht von drei Räumen mit Gaststättenbetrieb aus, die zweite Variante lässt auch Raum für Selbstbedienung. Eingangsbereiche sollen sich sowohl aus Richtung Zittauer Straße als auch aus Richtung Tierpark befinden.
Gekoppelt werden soll die Gaststätte mit einer Ausstellung rund um den Storch. Zu sehen ist eine Übersichtstafel mit sämtlichen registrierten Storchennestern der Oberlausitz. Sehr hilfreich mit Zustandekommen der Präsentation ist die Übernahme der Storchensammlung von Manfred Hardel aus Wiesbaden, der seit etwa 20 Jahren mit Akribie eine Sammlung aus ungefähr 10.000 Einzelstücken zusammengestellt hat. Darunter sind auch 8.000 Dias und Fotos, Zeitungsausschnitte, Literaturzitate. Damit ist diese Sammlung die zweitgrößte ihrer Art in Deutschland. Die Exponate werden derzeit von Karola Holz erfasst und archiviert.
Nach Auffassung von Frau Schmidt und Herrn Plesky soll die alte Villa auf ökologische Art und Weise saniert werden. Dies will man mit umweltverträglichen Baustoffen erreichen. Mit der Realisierung des Vorhabens kann allerdings frühestens 2001 begonnen werden, wenn die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Sächsische Zeitung vom 10. Juli 2000

Otter und Beo hören Redfords Flüstern zu

Tierpark ist wieder von der Rolle – ganz ohne Filmriss

Von Axel Krüger

Freitag abend, Tatort Görlitzer Tierpark. Die Dämmerung schlängelt sich durchs Unterholz, das Schweigen der Lämmer zieht ein in den Gehegen. Nur an der Bergtieranlage geschieht Ungewöhnliches. Wo sich sonst die possierlichen Murmeltiere ein Schlaflied pfeifen, wuseln nachtaktive Menschengestalten umher, hängen Wäsche auf eine große Leine und bauen Bänke auf, um ihr beim Trocknen zuzuschauen. Aufgeregtes Kinderwispern fliegt von der Fischotteranlage durch die laue Abendluft, eine Dämmerungsführung soll den kleinen Gästen zeigen, dass die Nacht nicht nur zum Schlafen da ist.

Der studentische "Filmclub von der Rolle" will Freiluftkino zeigen. Zwei Versuche im vergangenen Jahr am gleichen Orte haben Mut gemacht. Der Görlitzer Tierpark lud ein und viele kamen, um eine der schönsten Parkanlagen der Stadt einmal ganz anders zu nutzen. Nicht Esel, Ochs und Eule sind die Stars dieser Veranstaltung, vielmehr soll die romantische Wiese am Ententeich zum "Cinema paradiso" werden, zum Palast der Träume.

Die große Wäsche mutiert zur Leinwand, zwei Bettlaken tragen für 120 Minuten die Last von Liebe, Lust und Eifersucht oder was auch immer sonst das Drehbuch vorgesehen hat. Robert müht sich eindrucksvoll beim Aufstellen der fünfzig Jahre alten Vorführgeräte. "Carl Zeiss Jena, unverwüstlich das Zeug", sagt er stolz, "das kann man dann zur Not auch noch alleine reparieren." Alte Technik ist schwer, die Studenten kommen ins Schwitzen.

Das kümmert die Kollegen von der Versorgungstrasse wenig. In kühner Erwartung hungernder Zuschauermassen baut Kneiper Diego Kudßus eine handgeschmiedete Grillstation auf, mit der er auch bedenkenlos in den Krieg ziehen könnte. Bierflaschen klappern leise, die studentischen Filmverführer werden sichtlich unruhig. Eine Flasche Freibier gönnt der Wirt den Dürstenden, das gemächliche Tempo der Aufbauarbeiten scheint dem Profi nicht zu genügen.

Allmählich tröpfelt Publikum ins Geschehen. Die Erfahreneren bringen sich ein Stühlchen mit, der Bequemlichkeit halber. Und eine Mollidecke, unter der suchende Hände diskret zueinander finden könnten. Warm hält sie notfalls auch. Aus der neuen Lautsprecheranlage, die sich der Filmclub jüngst angeschafft hat, plätschert leise Musik, der Studentenpeugeot dient als Basisstation. Vom Grill zieht der Duft gebratener Piroggen herüber, sie werden abwechselnd als Affenhirn oder Entengrütze angepriesen.

Auf der Wiese stapeln sich mittlerweile nostalgische Filmkoffer wie in Willi Schwabes Rumpelkammer, von Hand kurbelt Studentin Antje eine der immensen Rollen auf Anfang. Sorge bereitet die improvisierte Leinwand. Die linke Hälfte reicht nicht ganz so weit nach unten wie die rechte. In den Zuschauerreihen wird diskutiert, ob Robert Redford später darüber stolpern wird. "Der Pferdeflüsterer" steht auf dem Programm, tierparkgerecht.

Am Nachmittag noch haben Kindergartenkinder auf der großen Wiese ihr Zuckertütenfest gefeiert, der Görlitzer Tierpark ist aktiv bemüht um seine Attraktivität. Dafür kleben die Bänke noch ein wenig, Zuckertütenreste halt. Während Roter Panda, Fischotter und die frechen Beos als Nachtaktive immer munterer werden, zieht vor der Leinwand Stille ein. Die alten Geräte fangen brav an zu schnurren und bald schon flimmern die großen Gefühle tränenreich durch die Nacht.

Interessiert schaut sich ein Steinbock die Szenerie von hinten an, nach mehreren Minuten verständnislosen Zusehens trollt er sich zurück zu seiner Steinbockfamilie, das war wohl nicht sein Film.

Kein Filmriß stört den Fortgang der Geschichte, Bindfaden, Schere und Klebemaschine, vorsorglich aufgebaut, bleiben heute ungenutzt. Das war auch schon anders, sagen die Studiosi.

Nächsten Freitag flimmert "Die Apothekerin" an gleicher Stelle, mit Katja Riemann als Giftmischerin. Dringende Empfehlung: Hingehen.

Niederschlesischer Kurier vom 12. Februar 2000

Schaumelken und Tierfasching

Im Naturschutz-Tierpark der Neißestadt geht in den nächsten Tagen die "Post" ab. Der Grund: Schaumelken und Tierfasching stehen auf dem Veranstaltungsplan.

Ab Samstag, 12. Februar, findet täglich punkt 15:00 Uhr das Schaumelken statt. Im Bauernhof wird die Kuh Lisa per Hand gemolken, die gewonnene Milch wird danach an Besucher abgegeben. Bis Ende April kann man dieses "Schauspiel" verfolgen, danach erwartet Lisa Nachwuchs, die Milch wird deshalb für die Jungenaufzucht gebraucht.

Schon jetzt wirft der diesjährige Tierfasching seine Schatten voraus. Unter dem Motto "Alles was Flügel hat" können Kinder am 7. (ab 11 Jahre) und 8. März (bis 11 Jahre) jeweils von 14:00 bis 17:00 Uhr wie die Störche waten, wie Pinguine nach Futter schnappen oder abheben wie Schmetterlinge. Natürlich gibt es auch Startbonbons, Pfannkuchen und Getränke.

Traditionell werden in den nächsten Wochen wieder spezielle Führungen durchgeführt. So kann man hinter die Kulissen des Tierparks schauen oder beim großen Heimtiertest dabei sein. Ebenfalls auf dem Programm steht das Buttern auf dem Bauernhof.

Niederschlesischer Kurier vom 31. Januar 2000

Jetzt noch viel größere Artenvielfalt im Tierpark

Der Naturschutz-Tierpark der Neißestraße kann eine überaus positive Bilanz des letzten Jahres ziehen. Nach eigenen Angaben passierten 96.536 Besucher die Eingangstore, was einer Steigerung um 4.303 entspricht.

Auch die Entwicklung des Tierbestandes zeigte 1999 beständig nach oben. Waren 1998 noch 592 Tiere in 112 Formen vertreten, konnten sich die Besucher ein Jahr später immerhin an 762 Tieren in 140 Formen erfreuen. Dies hängt in erster Linie mit der Eröffnung des neuen Heimtierbereiches zusammen, in dem verschiedene Insekten, Schnecken, Fische und Kriechtiere zu sehen sind, die es in der Einrichtung an der Zittauer Straße bisher nicht gab.

Darüber hinaus konnten die Mitarbeiter des Tierparkes aber auch einige größere Neuankömmlinge begrüßen, die das asiatische Profil noch stärker betonen. So gibt es seit vergangenem Jahr zum Beispiel Hausyaks, Kashmirziegen und chinesische Muntjaks. Kurz vor Jahresende gesellten sich als besondere zoologische Kostbarkeit noch zwei Pallaskatzen hinzu.

Einer der am heiß ersehntesten Zugänge war jedoch das Fischotterweibchen "Luterka", das aus dem Zoo Poznan kam und jetzt die Partnerin des lange allein lebenden "Moritz" ist. Positives gibt es auch über die Geburtenzahlen zu berichten. Immerhin 400 Jungtiere erblickten im Görlitzer Tierpark das Licht der Welt. Großen Anteil daran hatten wieder die Meerschweinchen. Erfreulich war aber auch der Nachwuchs bei Rehen, Feldhasen, Daurischen Pfeifhasen, Alpenmurmeltieren, Gänsegeiern und Zwerglaufhähern.

Ausgesprochen viel hatten die Tierpfleger beim Aufpäppeln verletzter oder vom Zoo beschlagnahmter Wildtiere zu tun. 1.417 Tiere, darunter zwei Mal jeweils mehrere hundert Stieglitze und Gimpel, die nach Belgien geschmuggelt werden sollten, wurden betreut.

Recht umfangreich gestaltete sich auch die Bautätigkeit im letzten Jahr. So bekamen die Rhesusaffen mit dem großzügig angelegten Freigehege im Eingangsbereich des Tierparks ein neues Domizil. Außerdem wurde das NaTIERkundehaus fertig gestellt, in dem es Räume für die Zooschule, die Verwaltung, aber auch den schon erwähnten umfangreichen Heimtierbereich gibt. Kleinere Projekte waren der Bau neuer Gehege für Ohrfasane, Meerschweinchen und Pallaskatzen.

Als sehr spendenfreudig erwiesen sich die Görlitzer Bürger, Betriebe und Einrichtungen sowie viele am Tierpark Interessierte aus dem Umland. Knapp 60.000 DM konnte für Neubau- und Gehegesanierung verwendet werden.

Senden Sie Ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: info@tierpark-goerlitz.de
Copyright © 1999/2000 Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V.
erarbeitet durch: Christine Schlegel, aktualisiert durch: Annett Buchholz
Stand: 17.01.2007