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Sächsische Zeitung vom 18. Dezember 2001

Ein Mädchen spielt den Joseph

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Die Rollen im Krippenspiel mussten sich Mädchen der Innenstadtschule
aufteilen, denn die Jungen hatten keine Lust mitzuspielen.
Foto: Andreas Trenkler

Publikum im Tierpark freut sich über das "Krippenspiel im Schneesturm"

Die Mittelschule Innenstadt erfreute zum dritten Advent ein erwartungsvolles Publikum mit dem traditionellen Krippenspiel im Görlitzer Tierpark. Eingefädelt wurde dieser Auftritt von Daniela Scholze, einer ehemaligen Schülerin der Schule an der Elisabethstraße.

Von Frank Fischer

Daniela Scholze macht gegenwärtig ein soziales Jahr im Tierpark und erinnerte sich schon im Sommer daran, dass es an ihrer Schule auch ein musisches Profil gibt und damit auch Schüler, die in der Lage wären, das Krippenspiel im Tierpark in diesem Jahr zu übernehmen. Auf ihre Anfrage bekam sie von zwei Lehrerinnen der Innenstadtschule eine Zusage. Für die Schule, in der jedes Jahr ein Weihnachtsprogramm zur Aufführung kommt, sei es mal eine ganz neue Herausforderung.

Die Generalprobe vor Ort, am Freitag bei acht Grad minus, ließ keinen Zweifel daran, dass die 13 Schülerinnen der neunten Klasse für das Krippenspiel der etwas anderen Art bestens gerüstet sind. Schließlich wurde ja schon seit Oktober zweimal wöchentlich geprobt, damit der umfangreiche, auswendig zu lernende Text auch sitzt und peinliche Schaltpausen ausbleiben. So hielt sich die Nervosität von Stefanie Malt kurz vor dem Auftritt am Sonntagnachmittag auch in Grenzen. "Ich habe die Doppelrolle einer alten Frau und der Jungfrau Maria gern übernommen, weil mir Theaterspielen Spaß macht und weil wir auch eine dufte Truppe beim Üben gewesen sind", erzählt sie. In die Rolle des Josephs begibt sich Theresia Laube, und sie erklärt auch gleich, warum das so ist. "Wir sind in unserer Gruppe nur Mädchen, und als wir die Jungen gefragt

haben, ob sie die männlichen Rollen übernehmen würden, hatten die keinen Bock darauf." Für Theresia ist die Doppelrolle keine einfache Aufgabe, weil sie als Mädchen versuchen muss, den älteren Mann und den wesentlich jüngeren Joseph so überzeugend wie möglich zu spielen.

Das Krippenspiel erlebten die Zuschauer unter freiem Himmel. Zunächst brachte der Schulchor einige sehr originelle Weihnachtslieder im modernen Stil zu Gehör. Anschließend wurde in 30 Minuten die Weihnachtsgeschichte "Das Krippenspiel im Schneesturm" auf eine ganz besondere Weise erzählt. Das Theaterstück, in dem jeder Akteur eine Doppelrolle zu übernehmen hatte und dass die Gegenwart und Geschichte zu einer Handlung verschmelzen ließ, gefiel dem Publikum und wurde mit viel Beifall bedacht.

Sächsische Zeitung vom 4. Dezember 2001

Polnische Schüler lernen im Tierpark

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Da staunte gestern das Pony im Tierpark nicht schlecht. Die Schüler der fünften und sechsten Klasse, die Streicheleinheiten verteilten, kamen nämlich aus Zgorzelec. Und das nicht zufällig, sondern im Rahmen eines Projekt-Unterrichts. Justina Trost (vorn), in Warschau geboren und mittlerweile Görlitzerin, betreut die polnischen Gruppen als ABM.

Im Spätsommer fand im Görlitzer Tierpark ein Seminar für Lehrer aus Zgorzelec und Lauban statt. Seitdem reißen die Wünsche nach dem Projekt-Unterricht nicht mehr ab. Der nächste polnische Zoo steht in Wroclaw (Breslau) - zu weit für einen Unterrichtstag. (SZ/tf)

Sächsische Zeitung vom 27. November 2001

Im Watschelgang durch den Bauernhof

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Ein Besuch im Görlitzer Tierpark lohnt sich auch in diesen Spätherbsttage durchaus. Zwar haben sich die Schildkröten ins Winterquartier zurückgezogen und die Murmeltiere bereiten sich auf den Winterschlaf vor, aber ansonsten herrscht rege Betriebsamkeit. Die Gänse beispielsweise werden nicht müde, im Watschelgang den Tierpark zu erkunden. Nur Fischotter "Moritz" wird man heute vergeblich suchen. Ihn plagt beim Fressen ein übler Husten, so dass er zum Röntgen muß.

Fotos: SZ/Thomas Fiedler

Niederschlesischer Kurier vom 17. November 2001

Asiengehege entsteht bald neu

Görlitz. Das Jahr 2001 ist noch nicht ganz vorbei, da gibt es im Görlitzer Tierpark bereits konkrete Vorstellungen über das, was in den kommenden zwölf Monaten geschehen soll. Das bauliche Geschehen wird sich hauptsächlich auf das neue Asiengehege konzentrieren, das im hinteren Teil des Tierparks entstehen soll. Derzeit laufen die Planungen für das Projekt. Wenn die notwendigen Gelder zur Verfügung stehen, will man 2002 mit dem Bau beginnen. Zeigen will man, wie und mit welchen Haustieren die tibetischen Nomaden leben. Nach der Fertigstellung sollen sich hier Trampeltiere, Yaks, Stachelschweine, Kaschmirziegen, Zwerglaufhäher und Pfeifhasen wohl fühlen. Damit gibt es einen umfassenden Überblick über die Haustierhaltung in Asien und in Europa (diese Tiere sind in und um den Bauernhof zu sehen).

Damit aber nicht genug. Schon am 1. April gibt es das 9. Frühlingsfest, das dieses Mal unter dem Motto "Das geht auf keine Kuhhaut" steht. Dabei werden verschiedene Rinderrassen zu sehen sein. Auch das traditionelle Mistkarrenrennen steht natürlich wieder mit auf dem Programm. Nach den Journalisten im Vorjahr müssen 2002 Görlitzer Professoren beweisen, was in ihnen steckt.

Das Storchenfest geht am 20. Mai über die Bühne. Bei dieser Gelegenheit soll die neue Storchenausstellung in der Tierpark-Villa eröffnet werden. Natürlich ist für musikalische Umrahmung und passende kulinarische Spezialitäten gesorgt.

Höhepunkt der zweiten Jahreshälfte ist sicherlich der  Deutsche Zootag, der im Görlitzer Tierpark am 29. September begangen wird. Tierpaten können bei dieser Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen werfen. Darüber hinaus gibt es eine Miss-Wahl der besonderen Art: Gesucht wird die schönste Gans aus Sachsen. Die vergangenen Wettbewerbe, in der es um "Miss Piggy" bzw. "Mister Bock" ging, sorgten für jede Menge Gaudi beim Publikum.

Sächsische Zeitung vom 31. August 2001

Ungewöhnlich:
Erfolgreiche Großwildjagd mit Netz und Blasrohr im Görlitzer Tierpark

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Tierparkbesucher erlebten Atemberaubendes: Alle verfügbaren Mitarbeiter rückten in fast geschlossener Formation und mit Netzen bewaffnet im Bergtiergehege vor. Zwei Steinböcke, ein ein- und ein zweijähriges Weibchen, sollen isoliert werden. Doch die Steinböcke sind schneller. Erst Tierarzt Hubertus Thomas setzt die beiden Tiere mit einem Blasrohr außer Gefecht. Innerhalb weniger Minuten wirkt das Betäubungsmittel und schickt sie ins Land der Träume. Aber nur für kurze Zeit, denn ein Gegenmittel lässt die Steinböcke schnell wieder auf die Beine kommen. Da aber sind sie schon in Kisten verpackt. Denn sie treten eine weite Reise an: Zusammen mit zwölf anderen Steinböcken aus Zoos in München und Nürnberg werden sie im Nationalpark Hohe Tauern (Österreich) ausgewildert und leben künftig in Freiheit. Dem Görlitzer Tierparkbesucher bleiben immer noch fünf Steinböcke im Gehege.

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Fotos: Thomas Fiedler

Sächsische Zeitung vom 29. März 2001

Eröffnung des neu gestalteten Damhirschgeheges

Tierpfleger und Handwerker des Naturschutz-Tierpark Görlitz haben nach eigenen Ideen und völlig selbständig wieder einmal Hand angelegt. Für die Damhirsche entstand ein wunderschön gestaltetes Gehege, das den Tieren bessere Lebensbedingungen bietet und für die Besucher des Naturschutz-Tierparks wirklich sehenswert ist.

Öffentlich übergeben wird das neue Gehege am 1. April von 14.30 – 17.00 Uhr.

Während der Veranstaltung stellen die Tierpfleger das Futter für das Damwild vor und informieren über die Tiere und ihre Lebensweise. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes, Herr Christian Berndt, stellt verschiedene Entwicklungsstufen von Geweihen vor und vergleicht Gehörn und Geweih.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung ist die Verkostung von Hirschkuhmilch.

Auf Grund der BSE – Problematik kamen die Tierpfleger auf die Idee, unsere Hirschkühe zu melken. Intensive Recherchen ergaben, daß das früher schon praktiziert wurde. Schon 1939 berichtet W. Nolte in der Zeitschrift "Der deutsche Jäger" Nr. 44, daß das Melken von Damwildkühen durchaus möglich ist, weil die Tiere ausgesprochen tagaktiv sind und die weiblichen Tiere das ganze Jahr über im wesentlichen im Rudel leben. Das Melken der Damhirschkühe bedarf eines großen Geschicks und nach langer Übungs- und Gewöhnungszeit für die Tiere gelang es den Tierpflegern, den Damhirschkühen Milch zu entlocken. Leider sind die Tiere noch zu scheu, um den Besuchern das Melken zur Eröffnung vorzuführen. Erstmalig haben sie aber die Möglichkeit, Hirschkuhmilch als eine Alternative zur herkömmlichen Kuhmilch, zu kosten.

Schon W. Nolte stellte fest, daß die ernährungsphysiologische Qualität dieser Milch sehr hoch und beispielsweise für Rekonvaleszenten sehr empfehlenswert ist. Die Pfleger sind begeistert von der leicht rosa aussehenden, sehr sahnig und leicht süß schmeckenden Hirschkuhmilch.

Niederschlesischer Kurier vom 24. März 2001

Im Tierpark beugt man der Seuche vor

Die Maul- und Klauenseuche ist mittlerweile zum Schreckgespenst für Landwirte fast überall auf der Welt geworden. Tausende von Kühen, Schweinen und Schafen fielen bereits Notschlachtungen zum Opfer.

Auch über dem Görlitzer Tierpark schwebt die Seuche wie ein Damoklesschwert. Zur Vorbeugung wurde am Eingang eine Seuchenschutzmatte installiert, außerdem ist das Mitbringen von Futter streng untersagt. "Trotzdem gibt es immer wieder Unvernünftige, die Brot oder andere Dinge an unsere Tiere verfüttern wollen", weiß Tierpark-Direktor Dr. Axel Gebauer.

Obwohl die Seuche in der hiesigen Region offenbar noch nicht ausgebrochen ist, besteht die Gefahr für die Bewohner des Tierparks weiter. Die Erreger können bis zu 150 Kilometer in der Luft übertragen werden. Allerdings wird die Gefahr in Zoos nicht so hoch eingeschätzt. "Die Tierkonzentration ist geringer, der Abstand zwischen den Gehegen trennt die Arten und erschwert eine Übertragung. Außerdem wird in Zoos keine kommerzielle Züchtung betrieben, sodass es nicht zu den Problemen kommt wie in der Landwirtschaft", erläutert der Tierpark-Chef. Als Nachteil schätzt Dr. Gebauer allerdings den regen Besucherverkehr ein, durch den der Erreger möglicherweise übertragen werden könnte.

Seiner Ansicht nach wird die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche in diesem Jahr in der Öffentlichkeit zu Unrecht hoch gespielt. "In Afrika und Indien ist diese Seuche ständig da. Davon nimmt sonst keiner Notiz. Zumal die Tiere innerhalb von drei bis fünf Tagen wieder gesund werden können. Ich finde es deshalb unvernünftig, wenn tausende Tiere abgeschlachtet werden.

Im Görlitzer Tierpark würde eine Ausbreitung der Seuche die Hirsche, Schweine, Ziegen, Schafe, Yaks und Kühe betreffen. Sollte sich durch die tägliche Gesundheitskontrolle der betreffenden Arten ein Verdacht ergeben, dieser sich dann nach der Untersuchung bestätigen, dann müsste der Tierpark geschlossen werden. Der vom Amtsveterinär geforderte Arlamplan würde in Kraft treten. "In diesem Fall dürften auch die Pfleger nicht mehr auf das Gelände. Eine dreiköpfige Notbesatzung würde für zwei bis drei Wochen sämtliche Aufgaben übernehmen. Die Leute sind schon festgelegt, wissen von ihrem ´Glück´ ", so Gebauer.

 

Niederschlesischer Kurier vom 24. März 2001

Alte Villa: Lukullisches und Storchen-Infos

Längst hat die alte Villa als Sitz der Tierpark-Verwaltung ausgedient. Seit Februar wird in dem Objekt nun fleißig gewerkelt: Mit Hilfe einer 20 Arbeitskräfte umfassenden Vergabe-ABM soll hier ein neuer Anziehungspunkt für Tierpark-Besucher geschaffen werden. Ostern 2002 hofft man, in der unteren Etage des Gebäudes eine Gaststätte sowie ein Storchenkabinett eröffnen zu können.

Für die Umnutzung der aus dem Jahre 1849 stammenden Villa hatten Studenten bereits vor einiger Zeit eine Studie erarbeitet, die jetzt in den Hauptzügen verwirklicht wird. Seit Anfang Februar sind die ABM-Kräfte dabei, das Innere des Gebäudes zu entkernen, Durchbrüche zu schaffen bzw. neue Wände zu setzen. In Abstimmung mit der Görlitzer Denkmalschutzbehörde werden wertvolle Malereien und eine Jugendstiltür erhalten. Tierpark-Diraktor Dr. Axel Gebauer: "Wir sind sehr froh, dass in der Truppe einige gestandene Baufachleute sind, sodass diese AB-Maßnahme wirklich sehr gut angelaufen ist.

Mit etwas Fantasie kann man sich vorstellen, was den Besucher in rund einem Jahr erwarten wird. Hat der Gast die Villa betreten, gibt es für ihn zwei Möglichkeiten. Links gehts ins Storchenkabinett, rechts in das Restaurant. Schon jetzt gibt es konkrete Vorstellungen darüber, wie der Raum der Störche gestaltet werden soll. "Wir werden Setzkasten-Vitrinen verwenden, insgesamt eine aufgelockerte Gestaltung wählen. Mit Hilfe von Computern und moderner Bildtechnik sollen Informationen und Fotos an die Wand gestrahlt werden. Der Besucher bekommt hier alles Wissenswerte rund um den Storch vermittelt", blickt Axel Gebauer voraus.

Auch im Restaurant, das einen zweiten, separaten Eingang von der Zittauer Straße aus bekommt, wird man Interessantes über den Adebar zu sehen bekommen. Aus der Gaststube heraus kann man überdies den Blick auf die Storchenwiese genießen.

Nach Angaben des Tierpark-Chefs steht man derzeit in Verhandlungen mit einem Betreiber. Dieser hat dann vier Gasträume zur Verfügung, soll sich aber auch um den geplanten Kaffeegarten und den Kioskbereich mit Pavillion kümmern. Anbieten will man Gerichte, die aus Öko-Produkten von hiesigen Erzeugern hergestellt werden.

Ideen gibt es auch für die Verwendung der oberen Etage. Axel Gebauer: "Wir könnten uns eine Beherbergung für Jugendliche vorstellen. Die Stadt Görlitz, der Tierpark, aber auch die wunderbare Natur in der Umgebung bieten den richtigen Rahmen dafür. Kleinere Tagungen wären ebenfalls möglich." Darüber hinaus sollen eine Dienstwohnung für den Tierpark und ein Gästezimmer entstehen. Aufgrund der noch nicht geklärten Finanzierung ist dies jedoch vorerst Zukunftsmusik.

Frank-Uwe Michel

Sächsische Zeitung vom 18. Februar 2001

Das ist sensationell: Bär frißt Bär aus der Hand

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Da staunte diese Kinderschar im Görlitzer Tierpark nicht schlecht: Panda-Mann "Mar Rek" frisst Tierpfleger Uwe Bär aus der Hand. Ob's vielleicht an der Namensverwandschaft liegt? Jedenfalls ist der kuschelige Panda, der Anfang November 2000 aus dem polnischen Zoo Opole nach Görlitz kam, so zutraulich geworden, dass er die Nähe der Tierpfleger überhaupt nicht mehr scheut. Noch schöner wäre es natürlich, er würde mit seiner Herzensdame "Mei Li" auch für Nachwuchs sorgen. Aber was nicht ist, das kann ja durchaus noch werden.

Thomas Fiedler

Sächsische Zeitung vom 8. Februar 2001

Zwei "halbe" Damen im Büro

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Offiziell leben in dem kleinen Zoo an der Neiße etwa 750 Tiere. Wieviele es wirklich sind, weiß jedoch nicht einmal Zootierinspektorin Karin Riedel, obwohl sie zusammen mit den Tierpflegern jedes Jahr eine genaue Inventur durchführt. Das liegt nicht etwa am Unvermögen der Tierparkmitarbeiter, sondern ganz einfach an den hunderten Wirbellosen und Futtertieren, deren Anzahl nirgendwo in einem Zoo exakt ermittelt wird. Nehmen wir an, daß dies 1251 Achatschnecken, Fauchschaben, Stabschrecken, Rosenkäfer..., Mäuse und Ratten sind, dann kann man mit Beginn des neuen Jahrtausends genau 2001 Null-, Zwei-, Vier-, Sechs- und Achtbeiner im Görlitzer Tierpark entdecken, ein Potenzial das sich sehen lassen kann und das einen ansprechenden Rahmen gefunden hat, wie das gute Abschneiden beim bundesweiten Zootest eines Magazins im Jahr 2000 zeigte.

Der große Tierbestand ist aber auch ein Potenzial, das einen immensen Aufwand erfordert. Acht Tierpfleger kümmern sich direkt um die Tierparkbewohner, zwei Handwerker um deren Gehege und Volieren, ein Gärtner um die Grünanlagen, zwei Kassiererinnen um die Besucher, die auch von der Zoopädagogin betreut werden. Zwei "halbe" Damen managen das Büro bzw. die Finanzen und die Zootierinspektorin zusammen mit dem Chef den gesamten Tierparkbetrieb. Der besteht nicht nur aus Futterbeschaffung und Mistentsorgung, sondern aus tausenderlei anderen Dingen, ohne die ein Zoo letzlich nicht funktioniert: Beobachtung, Fütterung und Beschäftigung der Tiere, Reinhaltung der Gehege, tierärztliche Betreuung, Instandhaltung Planung und Neubau von Tiergehegen und Besucherbereichen, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, naturkundliche Bildung, Naturschutzarbeit, Forschung, Kontaktpflege mit anderen Tiergärten, Büro- und Schreibarbeiten, Verwaltung und (als Knackpunkt des Ganzen) Beschaffung von Geldern. Das ist gerade für einen gemeinnützigen Verein wie den Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V., der in erster Linie von öffentlichen Geldern lebt, schwieriger denn je. Allein der laufende Unterhalt wird von Jahr zu Jahr teurer, obwohl die Personalkosten nicht wie anderswo regelmäßig steigen (Seit 1996 gab es nur eine einzige geringfügige Lohnangleichung!). Da aber die Zuschüsse weitgehend gleich bleiben, müssen die Eintrittspreise regelmäßig aktualisiert werden. Wenn man sich vor Augen hält, daß der Görlitzer Tierpark nicht häufiger als durchschnittlich zwei bis drei mal im Jahr besucht wird, und man dabei mindestens zwei bis drei Stunden auf eine zoologische Entdeckungstour gehen kann, dann ist der Preis für eine Familien-Tageskarte von 15,- DM (bisher 14,-DM) durchaus angemessen. Im Zoo Hannover bezahlt übrigens ein Erwachsener schon 24,50 DM. Und ein Kinobesuch kostet ja inzwischen auch mindestens 12,- pro Person.

Die steigenden Kosten allein geben für die Verantwortlichen allerdings nicht den Ausschlag für die Preisgestaltung. Vielmehr sind es die zahlreichen baulichen Neuerungen, das fachliche Engagement und die öffentlichen Aktivitäten, die den kleinen Tierpark attraktiver machen und eine Preiserhöhung rechtfertigen. Deshalb wird man auch in diesem Jahr bestrebt sein, Altbewährtes zu bieten und viel Neues zu schaffen. "Das geht auf keine Kuhhaut!" heißt es zum Beispiel am Ostermontag, an dem verschiedene Rinderrassen vorgestellt werden und das 8. Görlitzer Mistkarrenrennen stattfindet. Ein Storchenfest wird es geben, auch Freilichtkino und wieder einen tierischen Schönheitswettbewerb. Der neue Eingangsbereich soll zu Pfingsten seiner Bestimmung übergeben werden, das Damhirschgehege ist bis dahin umgestaltet und ein neues Kleintiergehege soll außerdem entstehen. Viel Hoffnung setzen die Tierparkmitarbeiter in einige neu zusammengestellte Paare. So erwartet man bei den attraktiven Roten Pandas und den Fischottern in diesem Jahr erstmals Nachwuchs. Spätestens dann sollte man sich wieder einmal für einen Tierparkbesuch Zeit nehmen.

Von Dr. Axel Gebauer

Sächsische Zeitung vom 20/21. Januar 2001

Am Tierpark biegen sich die Balken

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Unverkennbar für Passanten und Autofahrer: Ein neuer Eingangsbereich wächst im Görlitzer Tierpark. Gleich neben dem Rhesusaffengehege steht das originelle Gebilde mit den geschwungenen Balken, in dem Lutz Kilian und Reinhard Wegner (siehe Foto) zurzeit Wände und Decken verkleiden. Integriert in den neuen Eingangsbereich wird das alte Kassenhäuschen, in dem sich künftig die Verkaufstheke befinden wird.
Im 180000 Mark teuren Neubau sollen bald Ansichtskarten, Bücher und Spielzeug angeboten werden. Zu Pfingsten wird der Öko-Bau feierlich übergeben.

Thomas Fiedler

Sächsische Zeitung vom 9. Januar 2001

"Bruno" und "Charline" posieren für
das neue Passbild

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"Was macht denn Charline da?" fragt sich "Bruno" und beäugt misstrauisch das Techtelmechtel seiner Gefährtin mit Tierpfleger Uwe Bär. Dabei ist es nichts anderes als das weibliche Posieren vor der Kamera. Bei der diesjährigen Inventur im Tierpark Görlitz werden nämlich erstmals die Dunkelroten Aras fotografiert. Anhand eines sogenannten Kraniogramms ist es möglich, die Vögel auseinander zu halten. Ihre Zeichnung am Kopf, kleine Federchen unter den Augen und Furchen in ungefiederten Hautpartien geben darüber Aufschluss. Alle 700 Tiere in 140 Arten werden dieser Tage registriert. Zählt man Insekten und Futtertiere mit, so käme man vielleicht sogar auf die Zahl 2001, mutmaßte Direktor Axel Gebauer.

Thomas Fiedler

Sächsische Zeitung vom 3. Januar 2001

Miss Piggy der Star des Jahres

Der Görlitzer Naturschutz-Tierpark hat sich im vergangenen Jahr eine der bundesweit größten Schweinereien geleistet, allerdings eine im wahren Sinne des Wortes und nicht in dem leider mancherorts politischen. Der Schönheitswettbewerb "MISS PIGGY 2000-Die schönste Sau Sachsens" verursachte bei den Medien eine ungeahnte Präsenz, bei den Teilnehmern große Aufregung, bei einigen ZeitgenossInnen kräftige Schelte und bei den Besuchern, Jurymitgliedern und Veranstaltern gleichermaßen viel Spaß. Den hatte offenbar kurz zuvor auch die Vize-Miss Piggy "Karola" bei der Zeugung neuer Schönheiten. Am 30. November brachte sie nämlich 24 Ferkel zur Welt – übrigens auch ein Vizerekord für Sachsen. Nicht minder fleißig waren die anderen 3 Schweinerassen des Görlitzer Tierparks im vergangenen Jahr. Insgesamt haben sie über 100 Angler Sattel-, Chinesische Masken- und Hängebauchschweinchen geworfen. Und das zur besonderen Freude der 98.280 Gäste, die im Jahr 2000 den Park an der Zittauer Straße besuchten. Schweine stehen nämlich nach einer Studie aus dem zoologisch botanischen Garten Wilhelma Stuttgart in der Besuchergunst noch vor den Menschenaffen.

Damit die Sauerei erhalten bleibt, bedarf es natürlich allerhand Futter. Insgesamt wurden im Naturschutz-Tierpark Görlitz z. B. 2 t Sauenfutter; 1,4 t Fisch; 3,25 t Futterfleisch; 35 t Heu; 6 t Stroh; 2 t Weizen; 3 t Wiederkäuerpellets; 0,5 t Haferflocken; 26 kg Mehlwürmer; 26 Dosen Bienenmaden und 10.000 Insekten verbraucht.

Die o.g. Fruchtbarkeit beschränkte sich im zurückliegenden Jahr nicht allein auf die Schweine. Eine für Görlitzer Verhältnisse erstaunlich große Zahl anderer Tierarten sorgte ebenso für Nachwuchs. Die vollständige Liste der glücklichen Mütter (über 50) wäre für diesen Rückblick viel zu lang. Genannt seien deshalb nur einige erfolgreiche: Kaschmirziegen, Yaks, Chukar-Steinhühner, Rotschnabelkittas, Schellenten, Mandarinenten, Austernfischer, Alpensteinböcke und Murmeltiere.

Wie in der freien Wildbahn liegen bei der Jungenaufzucht auch in einem Zoo Freud und Leid dicht beieinander. Das bekam man 2000 in Görlitz leider mehrfach schmerzlich zu spüren. Erinnert sei nur an die Schwer- bzw. Todgeburten bei den Chinesischen Zwergmuntjaks oder der Kamelstute. Hier konnten Tierärzte und Tierpfleger trotz größter Anstrengungen nur die Muttertiere retten. Völlig hilflos mußten die Tierparkmitarbeiter sogar zuschauen als drei der neu aus Berlin und Wien gekommenen und noch dazu seltenen Pallaskatzen einer bisher unheilbaren Immunschwächekrankheit erlagen.

Es bedarf schon einiger Kraft, um solche Rückschläge zu überwinden. Davon hatte das Tierparkteam offenbar genug. Unter anderem Dank der ungebremsten Sympathie vieler Görlitzer konnte nämlich die gedeihliche Entwicklung der letzten Jahre fortgesetzt werden. Anläßlich der Jahrestagung des Verbandes deutschsprachiger Zoopädagogen im März 2000 ist zum Beispiel das neue NaTIERkundehaus seiner Bestimmung übergeben worden - einhellige Meinung der anwesenden 60 Zoolehrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: " Das ist die schönste Zooschule Deutschlands!".

Das war jedoch nicht die einzige bauliche Neuerung des vergangenen Jahres. So haben Handwerker, ABM-Mitarbeiter und Tierpfleger das alte Luchsgehege und die Waldvogelvoliere völlig neu gestaltet, bei den Roten Pandas ein Schaufenster eingebaut und für die Pallaskatzen ein zweites Gehege errichtet. Ein Futtermittel- und Gerätelager sind gebaut und der Wirtschaftshof gepflastert worden und last but not least eine neue Besuchertreppe beim Bergtiergehege entstanden.

Daneben gab es wieder einige gut besuchte Veranstaltungen. Darunter solche, die inzwischen Tradition geworden sind wie das österliche Frühlingsfest (beim Mistkarrenrennen gingen diesmal die Pfarrer an den Start) oder das weihnachtliche Krippenspiel, aber auch solche, die neu waren. So trafen sich an einem für viele unvergeßlichen Augustabend des vergangenen Jahres über 100 Spender, Sponsoren und Freunde des Tierparks, denen Dank gesagt und verschiedene zoologische und kulinarische Besonderheiten geboten wurden. Das und noch vieles mehr soll im neuen Jahr natürlich seine Fortsetzung finden.

 

Senden Sie Ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: info@tierpark-goerlitz.de
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erarbeitet durch: Christine Schlegel, aktualisiert durch: Annett Buchholz
Stand: 17.01.2007