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Sächsische Zeitung vom 29.9.2003 Elf Esel entern den LaufstegSchönheitswettbewerb führt Lausitzer Grautiere in Görlitz zusammen / Jury und Publikum haben Qual der Wahl
Ein Eseltritt von Cäsar gen Oberbürgermeister: Was
wollte uns der Esel damit sagen?
Fotos: SZ/Thomas Fiedler Der schönste Esel ist gestern im Görlitzer Tierpark gewählt worden. Eine Jury und das Publikum stimmten zu gleichen Teilen über Mis(s)ter Esel ab.In der Kuhkoppel steigt das Herzklopfen. Denn mit Inka, Pedro, Milwa und Co. nehmen in wenigen Minuten gleich elf Tiere an der Lausitzer Esel-Mis(s)ter-Wahl teil. Kritisch beäugen sie die Konkurenz nebenan. Schnell noch einen Schluck Wasser aus dem Eimer oder eine Striegel-Massage von Frauchen, bis der erste Kandidat auf den sandigen Laufsteg gerufen wird. Das Areal befindet sich 100 Meter unterhalb der Koppel, im Kamel-Führring des Görlitzer Tierparks. Dort eröffnen 15 als Esel verkleidete Mädchen der Kindertanzschule Matzke den Schönheitswettbewerb mit einem Tanz. Die Steppkes sind kaum größer als der leibhaftige Zwergesel in ihrer Mitte. Anschließend trabt mit Hannibal aus Markersdorf bereits der erste Wahl-Teilnehmer in die kleine Arena. Wie die fünf Eselinnen und fünf Esel nach ihm stellt er sich rundendrehend den gestrengen Augen der prominenten Jury. Das Septett bewertet Konstitution (Brustumfang, Fellfarbe, Ohrform et cetera) und Verhalten (Gemütsart, "besondere Eseleien") und vergibt dafür A- und B-Note. Auch für die Anzahl der I-ah-Wiederholungen gibt es Punkte. Die etwa 500 zweibeinigen Besucher der Beauty-Konkurrenz haben schon vor der Wahl über ihren Favoriten abgestimmt. Deren Stimme geht zur Hälfte in die Wertung ein. Störrisch, wie ein Esel nun mal ist, präsentiert sich Kandidat Poldy aus Reichenbach. Der Halstuchträger will zunächst partout nicht im Kreis laufen, auch wenn er freundlich darum gebeten wird. In der Jury sitzt an diesem Tag auch ein Müller. Schließlich hält der Görlitzer Vierradenmühlen-Chef Dietmar Dörfer Ausschau nach einem geeigneten Lastentier für seine Mehlsäcke, äh: Bierfässer. Mit Benjamin kann er diesbezüglich zufrieden sein: Der Esel schultert eine herbeigeschaffte Zehn-Kilo-Last ohne Probleme. Kandidat vier, Max aus Markersdorf, missachtet die Jury allerdings und pinkelt mitten auf den Laufsteg. Danach haben Kurt Hoppe aus Diehsa und sein Großesel Malu ihren Auftritt. Sie spielen "Knüppel aus dem Sack" und "Tischlein, deck dich". Die märchenhafte Anschauung dankt das Publikum mit Beifall. Jurorin Elke Weinig von der Sparkasse verteilt gar Höchstnote 6. Kein Wunder, denn einen Dukaten spuckenden Esel kann jede Bank gut gebrauchen. Im Hintergrund hebt jedoch sofort das lautstarke "I-ah" der anderen Grautiere an. Allerdings nicht aus Protest gegen die Wertung, denn Esel drücken auf diese Weise ihre Zufriedenheit aus. Tier um Tier marschiert vor den Tisch der Jury, begleitet von Kinderliedern wie "Der Kuckuck und der Esel" und dem rhythmischen Klatschen des Publikums. Axel Geide verteilt Mohrrüben an die vierbeinigen Hauptdarsteller und wirft dabei ganz Ohrenarzt einen prüfenden Blick auf und in deren lange Lauscher. Oberbürgermeister Rolf Karbaum misst bei einem Bewerber sogar die Länge der Ohren. Kinderaugen leuchten, Erwachsene lachen über die tierisch-menschlichen Anspielungen des Moderatoren-Duos Axel Krüger/Matthias Barth ("Das Graue ist der Esel!"). Aber auch manch Huftier-Besitzer hat sich einen Spaß ausgedacht: So will Familie Zachmann die Jury mit Schokotalern bestechen, als Schützling Elsa zeitgleich sein Schaulaufen veranstaltet. Doch den Kameras von MDR und Sat.1 entgeht nichts. Die Nadebors aus Krauschwitz führen danach ihren Liebling "Dada" herein. In Wildwest-Manier ist das Tier mit einem Lasso behangen. Stunden vor seinem großen Auftritt wurde es noch mit reichlich Shampoo eingeseift. Nachher warten zur Belohnung Rüben, Trockenbrot und vielleicht sogar ein Stück Würfelzucker. Den Sieg trägt allerdings die weiße Eselin Sunny aus Nechern bei Weißenberg davon. Nebenher trottet Töchterchen Sunshine und obenauf sitzt Klein-Lisa aus der Nachbarschaft. Den Sonnenblumen geschmückten Tieren kann man nun sogar per E-Mail gratulieren, denn die beiden haben eine eigene Adresse. Allerdings besteht kein Anspruch aufs Antwortbekommen. Einer ist eben immer der Esel. Von Matthias Nicko
Sächsische Zeitung vom 27./28.9.2003 Esel Cäsar hat sich fein herausgeputzt
Da sage noch einer, Esel seien nicht modebewusst! Cäsar hat sich dank Unterstützung von Tierparkinspektorin Karin Riedel sogar richtig fein gemacht für den sonntäglichen Auftritt, wenn der schönste Esel Sachsens gesucht wird. Er läuft zwar außer Konkurrenz, der Cäsar, aber bei dem Outfit werden die elf Teilnehmer sicherlich neidisch sein. Ab 14.30 Uhr können die Besucher ihr Urteil abgeben, und um 15 Uhr richtet dann die "strenge" Jury.
Sächsische Zeitung vom 23.9.2003 Schweinerei im Bauernhof
Stolze Mutti ist seit voriger Woche die Deutsche Edelschweindame "Gertrud". Da nämlich erblickten 14 kleine Ferkel das Licht der Tierparkwelt. Die bunte Kinderstube reicht vom zarten schweinchenrosa bis hin zu abstrakten Zeichnungen in schwarz und rosa. Die Sau "Gertrud", im Januar als Ersatz für "Karola" in den Görlitzer Tierpark gekommen, ferkelte zum ersten Mal. Und das also gleich mit Bravour. Thomas Fiedler
Sächsische Zeitung vom 18.9.2003 Tibet rückt ein Stück näherTrampeltiere, Yaks und Ziegen sollen künftig in einem tibetischen Dorf leben
Schon lange liegen ein paar Pläne in der Schublade von Tierparkdirektor Axel Gebauer. Eine großzügige Trampeltieranlage sollte es sein. Aber: Mal war kein Geld da, ein anderes Mal gab es Wichtigeres im Tierpark zu sanieren. Die Kamele nahmen es nicht krumm. Was lange währt, wird schließlich gut. Thomas Fiedler Das sagt mittlerweile auch Axel Gebauer und seine Augen leuchten, wenn er von dem neuen Projekt schwärmt. Ein tibetisches Dorf soll künftig jenen Tieren Lebensraum bieten, die in Zentralasien beheimatet sind: Trampeltiere, Yaks, Schafe, Ziegen, Pferde und auch kleinere Kaliber, wie Pfeifhasen. Was man sich nur schwer vorstellen kann, auf Papier und im kleinen Modell ist es schon Wirklichkeit. Bauernhaus, Heulager, Ställe, aber auch ein Reliquienschrein (Stupa) und ein Fahnen-Obo mit entsprechenden Gebetsfahnen sollen die Besucher ins weit entfernte Tibet entführen. Und verzaubern. Direktor Axel Gebauer ist bekennender China-Fan Dabei ist diese Region eher ein arg gebeuteltes als ein märchenhaftes Land. Gebauer, bekennender (und praktizierender) China-Fan, weiß von seinen Reisen und Expeditionen viel zu erzählen über die sozialen und menschlichen Probleme. 60 Prozent der Kinder besuchen keine Schule, nur zwei Prozent erhalten eine höhere Schulbildung. Auch diese soziale Komponente soll sich in dem Projekt widerspiegeln. In erster Linie jedoch die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Damit das ehrgeizige Projekt nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben ist, reift die Idee, eine Patenschaft über ein tibetisches Dorf zu übernehmen. Im Mittelpunkt der Anlage steht das tibetische Bauernhaus. Kein Museum, sondern mit Lehmofen, Schlafstätte und originalem und nachgestalteten Inventar ein anschauliches Zeugnis, wie die Menschen im Hochland leben. Es soll ein ganz besonderer Erlebnisbereich für Kinder werden. Wo soll das Dorf aber nun entstehen? Das Gelände erstreckt sich zwischen Bauernhof und jetzigem Kamelgehege und wird im Norden durch die Anlage mit den Rehen begrenzt. Ein großes Areal. Dem Neubau fallen Holzspielplatz und Streichelgehege zum Opfer, auch die altersschwachen Gehege von Yak und Schweinen müssen weichen. Die Rolle von Spielplatz und Streichelgehege in einem übernimmt künftig das europäische Bauernhaus. Hier tummeln sich dann künftig Zicklein und Lämmer. "Und zwischen Europa und Asien schütten wir den Ural auf, natürlich nicht ganz so hoch", schmunzelt Axel Gebauer und zeigt im Modell, dass tatsächlich ein "Berg" dem Tierparkbummel eine thematische Grenze setzt. Der Mittelweg entlang dem Rehgehege entfällt, dafür werden neue Sichtpunkte geschaffen. In die Häuser kann man hineinschauen, die Zäune sind nach asiatischer Art aus Holz. Ein Bach wird sich durch das Areal schlängeln. Ideal für die Yaks, die gern ein Bad nehmen. Die Dorf-Idee kam übrigens nicht vom Chef persönlich, sondern von Tierparkinspektorin Karin Riedel. Umgesetzt hat sie Giggi Heuss aus Karlsruhe. Nun musste der Vorstand sein Ja-Wort geben. Er gab es. Allerdings kostet der Umbau eine Stange Geld. "Vorsichtig geschätzt, eine halbe bis eine Million Euro. Momentan suchen wir nach geeigneten Fördertöpfen. Ganz toll ist, dass der Freundeskreis bereits 40 000 Euro für das Trampeltier- und Yakhaus gesammelt hat", erzählt Axel Gebauer und macht deutlich, dass der Umbau nicht von heute auf morgen vonstatten gehen wird. Vier bis fünf Jahre schätzt er. Die Signale stehen auf grün, dieses Jahr wird das Wildschweingehege abgerissen. "Die Arbeiten laufen so, dass der Tierparkbesuch ein Erlebnis bleibt. Nichts wäre schlimmer, als wenn die Besucher durch eine Großbaustelle stolzieren müssten", sagt Gebauer. Und er hat schon wieder ein neues Ass im Ärmel. Aus Stendal holte er diese Woche fünf Pfeifhasen und zwei Pferdespringer. Auch die können sich schon einmal auf ihr neues Dorf freuen.
Pressemitteilung (26) an diverse Medien vom 16. September 2003 Wer wird "Mis(s)ter Esel 2003"?
Der schönste Esel Sachsens - der besondere Schönheitswettbewerb im
Naturschutz-Tierpark Görlitz e. V. Diese Frage wird beim nunmehr 4. tierischen Schönheitswettbewerb im Naturschutz-Tierpark Görlitz beantwortet. Bisher stellten sich Schweine, Ziegenböcke und Gänse auf den "Laufsteg". In diesem Jahr geht es um die ungerechtfertigt als dumme Esel bezeichneten liebenswerten Grautiere. Zunächst ist die Stimme des Publikums gefragt. Ob allerdings der Publikumsliebling auch der Sieger der Konkurrenz ist, bleibt abzuwarten. Zumindest macht das Besucherurteil 50 % der Gesamtwertung aus. Nach der Publikumswertung stellen sich die Esel noch einer humorvollen und fachkundigen Jury. Ihr gehören an:
Die Jury hat die schwierige Aufgabe, eine ANote für die Konstitution (Gewicht, Brustumfang, Hüftbreite, Ohrform und Größe, Fellfarbe) und eine BNote für das Verhalten (Gemütsart, Tragfähigkeit, besondere Eseleien) zu vergeben. Aus den beiden Noten ergibt sich ein Juryurteil für jeden Esel, das ebenfalls zu 50 % in die Endwertung eingeht. Auf den Esel gekommen sind auch Weinhändler Axel Krüger und Tierarzt Matthias Barth, die die Moderation dieses tierischen Schönheitswettbewerbes übernehmen. Auf die beiden kommt allerdings eine hartes Stück Arbeit zu, denn es haben sich 12 Esel angemeldet. Die Spanne reicht vom Zwergesel Dada aus Krauschwitz über den Mischling Hannes-Fridolin aus Großschönau bis zum Poitou-Riesenesel Pedro aus Diehsa. In allen Eselfamilien ist jetzt natürlich Schönheitspflege angesagt: Hufe wienern, Fell striegeln, Ohren waschen ...schließlich handelt es sich um eine Schönheitskonkurrenz. Die "Siegeresel" werden auch diesmal mit Geschenken nur so zugepackt. Futtersäcke und Beauty-Sets stehen bereit, ebenso Distelsträuße zum Vernaschen, Medaillen und Urkunden.
Niederschlesischer Kurier vom 15.9.2003 Verspielt, munter und absolut sympathisch Stundenlang liegt er auf der Lauer, in den Abendstunden sogar mit Infrarotkamera und einem Nachtsichtgerät des BGS. Was sich vor seinen Augen abspielt, das begeistert den jungen Mann. Christoph Reiner beobachtet das Verhalten der Fischotter im Görlitzer Tierpark, absolviert noch bis Ende September ein zweimonatiges Berufspraktikum. Der 25-jährige Biologiestudent von der Universität Konstanz ist fasziniert von seinen tierischen Hauptdarstellern. Seit er hier ist, konnte er bereits eine Menge über ihr Verhalten in Erfahrung bringen. "Sie sind lebendig, spielen und zeigen Dinge, die man gar nicht erwartet", beschreibt Christoph Reiner seine Beobachtungen. Die für ihn überraschendste:"Der achtjährige Moritz holt sich Steine vom Ufer und lässt sie wie seine größeren Verwandten, die Seeotter, über den Bauch kollern." Auch Synchronsprünge der Otter hat der Student bereits festgestellt. "Wenn sie munter sind und das sind rund sechs bis sieben Stunden ist immer etwas los. Vor allem in der Dämmerung und zu den Fütterungszeiten zeigen die Tiere, was in ihnen steckt." Der Rest des Tages wird verschlafen, verträumt. In einer der vielen Höhlen oder in den Bauen verbracht. Für den jungen Mann, der an der Uni Konstanz derzeit im siebten Semester studiert, ist der Abstecher in den Görlitzer Tierpark eine willkommene Abwechslung. "Verhaltensforschung tritt heute leider immer mehr in den Hintergrund, die langwierigen Beobachtungen sind einfach sehr teuer. Deshalb konzentriert man sich auf Untersuchungen im Labor. Aber die sind natürlich auch interessant. So konnte ich zuletzt an Pantoffeltierchen forschen, die Verteilung von Stützelementen in der Zelle unter dem Mikroskop beobachten." Im Tierpark lernt Christoph Reiner nun die andere Seite der Biologie kennen. Direktor Dr. Axel Gebauer hatte ihm verschiedene Forschungsthemen zur Wahl gestellt, die Otter schienen dem Konstanzer am interessantesten zu sein. Und er wurde bisher nicht enttäuscht:"In erster Linie habe ich mich auf den 14 Monate alten Otti konzentriert jenen Otter, der ausgewildert werden soll, um sein Verhalten in der freien Wildbahn näher zu studieren." Deshalb hat Reiner beobachtet, wie Otti auf das mit einem Sender bestückte Halsband reagiert, was er wann unter Tierparkbedingungen unternimmt. Lautaufzeichnungen geben einen Eindruck vom riesigen Tonrepertoire des Tieres, Videofilme belegen seinen ungeheuren Bewegungsdrang. Obwohl die zwei Monate nur eine wenn auch recht gründliche Momentaufnahme sind, weiß Christoph Reiner das Verhalten seiner Schützlinge schon zu deuten:"Sie fühlen sich hier absolut wohl. Verständlich, denn die 4.000 Quadratmeter große Anlage in Görlitz gehört zu den größten und naturnahesten in ganz Deutschland." Allerdings:"Um richtig stichhaltige Daten zu bekommen, wären wohl ein bis zwei Jahre nötig. Vieles hängt natürlich auch davon ab, wo die Otter leben in Menschenobhut, im Binnenland oder an der Küste." Wenn Christoph Reiner Ende September die Koffer packt, wird er das schweren Herzens tun. Denn für zwei Monate waren die munteren Fischotter immerhin Teil seines Lebens. Und sie sind ihm ans Herz gewachsen, die munteren Tiere. So sehr, dass er künftig weiterforschen will. Wahrscheinlich dann aber nur in der Freizeit. Denn wie gesagt:Verhaltensbiologie ist nicht ganz billig. Frank-Uwe Michel
Niederschlesischer Kurier vom 8.9.2003 Die Wildtierauffangstation im Görlitzer Tierpark
Das Telefon klingelt. Am anderen Ende meldet sich ein besorgter Tierfreund, der einen verletzten Sperber gefunden hat. Ob es denn möglich sei, den Vogel in den Görlitzer Tierpark zu bringen, fragt er an. Natürlich ist es möglich, lautet die Antwort. Und schon kurze Zeit später befindet sich der Sperber in der Obhut von Manuela Kleemann, zuständig für die Wildtierauffangstation und deren meist pflegeintensiven Bewohner. Jedes Jahr werden hier rund 500 tierische Insassen betreut, in der Hauptsache Vögel und Säugetiere. Oft werden sie von Privatpersonen gebracht, aber auch das Biosphärenreservat und die Naturschutzbehörden gehören zu den "Klienten". In den Käfigen und Volieren der Wildtierauffangstation wurde in den vergangenen Jahren schon fast alles aufgepäppelt, was in der heimischen Natur "fleucht und kreucht". Zu den regelmäßigen Gästen gehörten Seeadler, Störche, Eichhörnchen und Schildkröten. Echte Seltenheiten waren dagegen Ziegenmelker, Wachtelkönig, Fischotter und Fischadler. Im Moment befindet sich in der Station auch eine Familie von Siebenschläfern. Die zumeist nachtaktiven Tierchen stammen vom Rotstein und wurden dort mit Genehmigung der zuständigen Behörden eingefangen. Der Grund:Regelmäßig plünderten sie das Kuchenbuffett der dortigen Gaststätte. Kurz vor Beginn des Winterschlafs sollen die possierlichen Räuber wieder ausgewildert werden, weil dann keine Revierstreitigkeiten mehr zu befürchten sind. In großer Zahl sind in jedem Jahr die Weißstörche in der Auffangstation vertreten. 2003 mussten bisher zehn Exemplare behandelt werden. Das vorerst letzte stammt aus Gablenz und hat mit den Folgen einer starken Gelenkschwellung zu kämpfen. "Während des Winters bleibt er bei uns. Im Frühjahr kommt er dann zurück in die Natur", beschreibt Zootierpflegerin Karin Riedel die nächsten Monate des stolzen Vogels. Ein anderer Storch, der im Tierpark aus abgegebenen Eiern erbrütet wurde, zeigte sich nach seiner Rückkehr in die Freiheit nicht sonderlich erbaut. Mehr als 100 Meter wollte er sich nicht entfernen. Nun bleibt auch er in der kalten Jahreszeit unter den Fittichen der Pfleger. Zwei andere können nie wieder entlassen werden:Ihnen musste man wegen zu starker Verletzungen je einen Flügel amputieren. Mit dem gleichen Handicap muss der Seeadler zurecht kommen, der in den vergangenen Wochen im Tierpark aufgepäppelt wurde. Nach langen Verhandlungen und Genehmigungsverfahren tritt er in Kürze seine Reise nach Tschechien an, wo er in einer Zuchtstation für Nachwuchs sorgen soll. Zwei andere dauerhaft verletzte Seeadler konnten bereits nach Österreich vermittelt werden. Allerdings gibt es bei Weitem schlimmere Fälle, denn:"Vögel mit Flügel- und Beinfrakturen müssen meist eingeschläfert werden", erläutert Karin Riedel. Längst hat man sich im Tierpark auf die Pflege verletzter Tiere eingestellt. Manuela Kleemann hat damit vor allem im Sommer alle Hände voll zu tun. Besonders kritische Fälle nimmt sie mit nach Hause, um sie rund um die Uhr mit der notwendigen Betreuung zu versorgen. Vor allem aus dem Nest geworfene Jungvögel, aber auch Fledermäuse und kleine Eichhörnchen gehören dazu. Was nicht aus eigener Kraft gesund gepflegt werden kann, wird dem Vertragstierarzt des Tierparks vorgestellt. Dr. Hubertus Thomas hat sich auf Operationen an Wildtieren spezialisiert und ist mittlerweile ein über die Region hinaus bekannter Experte auf diesem Gebiet. Für den jüngst eingelieferten Sperber hatte er nach intensiver Untersuchung eine frohe Kunde parat:Die Elle des rechten Flügels war zwar gebrochen, kann aber nach Ansicht des Arztes operiert werden. Na also gute Besserung wünscht man da Frank-Uwe Michel
Sächsische Zeitung vom 29.8.2003 Beim Zahnarzt Schwein gehabt
Eine ungewöhnliche Zahn-Operation stand bei Tierarzt Hubertus Thomas auf dem Programm: Rudis Hauer waren derart gewachsen, dass sie um rund fünf Zentimeter gekürzt werden mussten. Mit einer Drahtsäge, vor allem aber mit viel Geduld, ging es den Zähnen des dickbäuchigen Tierparkbewohners an den Kragen. Mit Erfolg übrigens.
Pressemitteilung (22) an diverse Medien vom 14. Juli 2003 Übergabe der rekonstruierten GänsegeiervoliereAm Dienstag, den 15. Juli 2003, erfolgt um 10:00 Uhr die Umsetzung der drei Gänsegeier in ihre neu gestaltete Voliere. Hauptsächlichen Anteil an dieser Rekonstruktion haben folgende Firmen und Personen:
Pressemitteilung (21) an diverse Medien vom 7. Juli 2003 Tierische Ferien im Naturschutz-Tierpark GörlitzDer Naturschutz-Tierpark hat ein tolles Sommerferien-Angebot für alle tierinteressierten Kinder!
Jeden Ferien-Mittwoch von 14:00 bis 15:30 Uhr haben jeweils 12 interessierte Ferienkinder die Möglichkeit, den Tierpflegern über die Schulter zu schauen, sie bei ihrer Arbeit zu begleiten und mitzuhelfen. Da dürft ihr endlich einmal füttern, putzen, streicheln, beobachten und mal richtige Tierpfleger sein. Damit die Pfleger Euren Interessen auch wirklich nachkommen können, solltet ihr Euch unbedingt vorher bei uns unter der Telefonnummer 40 74 00 für die "Ferien mit Tieren" anmelden und Euch für eines von den vier folgenden Revieren entscheiden (pro Revier können nur maximal 3 Kinder angenommen werden):
Preis: 1,50 Eintritt + 2,00 Unkostenbeitrag
Pressemitteilung (20) an diverse Medien vom 7. Juli 2003 Wollknäuel-Geburt im Naturschutz-Tierpark Görlitz
Während des Neumondes, irgendwann im Februar, ist es passiert. Mit vogelähnlichem Gezwitscher haben sich die beiden Roten Pandas in der schönen alten Eibe geliebt. Am 21. Juni kam nun das Ergebnis zur Welt ein ungefähr 100 Gramm schweres, mit dichtem hell-grau-beigen Fell bedecktes Wollknäuel. Normalerweise bekommt man im Görlitzer Tierpark den Pandanachwuchs erst Wochen nach der Geburt zu Gesicht, denn die Mutter nutzt wie in freier Wildbahn einen großen hohlen Baumstamm als Wochenstube. Die war aber im letzten Jahr morsch und deshalb an einer Stelle durchlässig geworden. Das mißfiel der treusorgenden Pandadame, und sie schleppte ihr Kind in einen von ihr eigens dafür mit Eibenzweigen ausgepolsterten Baumstubben. Der ist oben offen, so dass Tierpfleger Iven Strangalies das große Glück hatte, das Wollknäuel in Augenschein nehmen zu können. Der kleine Katzenbär nahm keine Notiz von ihm, nur kurz hob er sein rosa Näschen nach oben, um gleich darauf wieder seelenruhig einzuschlafen. Inzwischen ist er von seiner Mutter in den mittlerweile abgedichteten und damit wieder sicheren hohlen Stamm gebracht worden. In wenigen Tagen wird er erstmals seine Augen öffnen und im wahrsten Sinne des Wortes das Licht der Welt erblicken. Dann läßt sich die Pandamutter seltener als zuvor bei ihm sehen, vor allem nachts zur Kontrolle, aber auch, wenn er sein hohes Hunger-Zwitschern hören läßt. Erst im Alter von drei Monaten wird das Pandajunge die Wochenstube verlassen, um seiner Mutter auf den noch wackligen Pfoten zu folgen. Vielleicht gelingt dann wieder ein Schnappschuß von dem possierlichen Wollknäuel. Dessen Bruder, der im Juni vergangenen Jahres geboren wurde, ist übrigens noch bei seinen Eltern. Unwissend, dass er diese bald in Richtung Tierpark Dortmund verlassen muß, zeigt sich der agile Kerl regelmäßig zu den Fütterungszeiten täglich um 10:00 und 15:15 Uhr.
Pressemitteilung (19) an diverse Medien vom 27. Juni 2003 Tierisches Engagement von SiemensWas hat ein Turbinenwerk mit Tieren zu tun? Nicht viel mag man meinen. Das gilt für die Siemens AG allerdings in Zukunft nicht mehr. Dr. Rene Umlauft und Barbara Vogt von der Geschäftszweigleitung werden am 2. Juli 2003 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Naturschutz-Tierpark Görlitz unterzeichnen. Als stärkste gemeinsame Nenner sind in dieser Vereinbarung das Engagement für die Region und für den Umweltschutz genannt. Damit beweist das Siemens Turbinenwerk einmal mehr, dass es sich intensiver als bisher für die Belange am Standort in Görlitz engagiert. In der momentan sehr angespannten Situation ist das gerade für einen gemeinnützigen Verein wie den Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. wichtig und hilfreich. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wird nun die Basis für die gemeinsame Verwirklichung einiger der zahlreichen Vorhaben gelegt, die von den Tierparkmitarbeitern für den Kooperationspartner in einem attraktiven Heft aufgelistet wurden. Dass es am 2. Juli (ab 14:00 Uhr) auch ein wenig tierisch zugeht, ist ein offenes Geheimnis. Womit genau Dr. Umlauft allerdings überrascht wird, das kann man nur erfahren, wenn man dabei ist. Wir möchten Sie deshalb recht herzlich einladen.
Pressemitteilung (18) an diverse Medien vom 23. Juni 2003 Freilichtkino im Naturschutz-Tierpark GörlitzEs hat schon ein ganz besonderes Flair das Freilichtkino im Naturschutz-Tierpark Görlitz. Die Studenten des Filmclubs "Von der Rolle" spannen am späten Nachmittag die Leinwand über die Bühne, bauen die Filmtechnik auf, spulen die Filme, probieren die Technik noch einmal aus ... Ab 21:00 Uhr muß alles funktionieren. Ab 21:00 Uhr kommen "tierparkverrückte" Filmliebhaber, die sich zunächst an den Tieren selbst erfreuen können: Um diese Zeit ist das für die Besucher eher selten möglich. Viele Tiere sind dann besonders aktiv. Manchmal spielen die Murmeltiere auf der Wiese. Für alle Interessierten begleiten die Mitarbeiter den Rundgang und ermöglichen so Einblicke in die Tierwelt, die den Abend eigentlich schon zu einem Erlebnis werden lassen. In einer lauen Sommernacht dann noch einen Film passend zur Kulisse des Tierparks sehen können, genau das ist in Görlitz schon was besonderes und immer noch ein Geheimtipp. Der erste Film, der am Freitag, den 27. Juni 2003 um 22:00 Uhr beginnt, ist dem Tier des Jahres 2003, dem Wolf, gewidmet. Auf der Suche nach einem "Wolfsfilm" fanden wir fast ausschließlich Filme, die den Wolf als menschentötendes Ungeheuer oder als Wehrwolf präsentieren. Dieses Bild hat den Wolf an den Rand der Ausrottung gebracht und wird seinem wirklichen Verhalten in keiner Weise gerecht. Wäre der Wolf wirklich ein menschenfressendes Monster, gäbe es heute keine Hunde! Das Gegenteil war der Fall. Vor 20.000 Jahren hat sich der weitgehend wehrlose Mensch von der Harmlosigkeit der Wölfe überzeugt, hat Freundschaft geschlossen und mit ihm zusammengelebt. Von so einer Freundschaft erzählt der Film "Wolfsblut". Auf der Suche nach der Goldmine seines verstorbenen Vaters freundet sich ein junger Mann im eisigen Winter Alaskas mit einem verwaisten jungen Wolf an. Dieser 1990 in den USA produzierte Abenteuerfilm nach einem Roman von Jack London spielt vor imposanter Naturkulisse. Der Film "Von Mäusen und Menschen" von 1992, der am Freitag, den 11. Juli um 22:00 Uhr zu sehen ist, erzählt die Geschichte zweier Landarbeiter während der Depression in den USA. Durch die Bärenkräfte des geistig Zurückgebliebenen kommt es immer wieder zu Konflikten, die schließlich in einer Katastrophe enden. John Malkovich spielt die Hauptrolle diesem gefühlvollen Film, der anrührt und fasziniert, ohne je kitschig zu werden.
Pressemitteilung (17) an diverse Medien vom 17. Juni 2003 Endlich Erfolg! - Zwergesel "Camilla" glücklich über erfolgreiche Geburt
Seit vier Jahren ist nun Camilla schon im Görlitzer Naturschutz-Tierpark zu Hause. Sie verstand sich immer gut mit ihrem Herbert, ein glückliches Zwergesel-Paar mochte man meinen. Das Glück wurde aber immer wieder getrübt, weil alle bis dato gezeugten Eselkinder kurz nach der Geburt starben. Eine genaue Analyse des Blutes der Mutter ergab keinerlei Hinweise auf eine Krankheit. Da aber die Oberlausitz als Gebiet bekannt ist, in dem gehäuft bei Pferden und Eseln Selenmangelerscheinungen auftreten, haben Tierpark und behandelnder Tierarzt durch spezielle Futtermittel eine entsprechende Mineralstoffversorgung sichergestellt. Diese führte nun zum Erfolg: Gestern brachte Camilla ein gesundes, langbeiniges und vor allem langohriges Eselfohlen zur Welt, das sofort die Herzen aller Tierparkmitarbeiter und Besucher gewann. Allerdings ist Herbert nun nicht mehr ganz so glücklich, weil er von seiner "Liebsten" jetzt häufig Huftritte erhält, wenn er sich dem Sprößling nähert.
Pressemitteilung (16) an diverse Medien vom 11. Juni 2003 GEO-Tag der Artenvielfalt mit dem Naturschutz-Tierpark Görlitz erleben und gestaltenAm kommenden Sonnabend, 14. Juni, ist der 5. GEO-Tag der Artenvielfalt. Einmal im Jahr lädt das Magazin GEO zur Expedition in die heimische Natur. Die Initiative, 1999 als Einzelaktion organisiert, hat in den letzten Jahren über 30.000 Menschen mobilisiert vom fünfjährigen Regenwurm-Spezialisten bis zum Professor für Botanik. Die Idee des "GEO-Tages der Artenvielfalt" ist es, in einer 24-Stunden-Aktion in einem begrenzten Gebiet eine Maximalzahl von Tieren und Pflanzen zu identifizieren und damit zu zeigen, dass es Vielfalt nicht nur am Amazonas oder auf Borneo zu entdecken gibt. Ziel ist es nicht, Rekorde zu brechen. Die Erlebnisse zählen mehr als die Ergebnisse. Es geht darum, den Blick für die Wunder im eigenen Umfeld zu schärfen und die faszinierenden Lebensformen, die sich in unserer Nähe verbergen, neu zu entdecken. Der Naturschutz-Tierpark Görlitz will sich dieses Jahr an der Aktion beteiligen, die außer in Deutschland auch in Polen, Luxemburg, Österreich, Italien, Ungarn und der Schweiz mehrere hundert Gruppen begeistert. Wir wollen einen Blick hinter die Gehege unserer Tierpark-Tiere werfen und nachschauen, wer denn sonst noch so alles im Tierpark krabbelt oder kriecht, fliegt oder schwimmt, wächst und wuchert, scharrt oder gräbt, zwitschert, trommelt oder kräht, die Nase in lockende Blütenkelche steckt und den Ohrfasanen das Futter aus ihrem Napf stiehlt. Mit Lupen wollen wir durch unsere Wiese streifen und das Leben am Grashalm erforschen. In einem leeren Marmeladenglas werden wir eine Wasserprobe von unserem Ententeich nehmen und uns den Inhalt unter dem Mikroskop einmal von ganz Nahem betrachten, mit einem Fernglas Vögel beobachten und dabei jede Menge Spaß haben und nebenbei etwas lernen. Das "Forschungslabor" wird im NaTIERkundehaus eingerichtet und jeder, ob klein oder groß, kann dazu kommen und bis 13:00 Uhr mit beobachten, sammeln und bestimmen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, aber der Tierpark-Eintritt muss bezahlt werden. Alle gefundene Arten werden notiert und an das Magazin GEO geschickt, das die Ergebnisse von allen stattfindenden Projekten sammeln, auswerten und anschließend in seiner September-Ausgabe veröffentlichen wird. Unter der Internetseite "www.geo.de/artenvielfalt" kann man dann ebenfalls die Ergebnisse abrufen. Wer sich schon um 7:00 Uhr auf Vogelpirsch begeben will, kann zusammen mit unserem Mitarbeiter für Naturschutz den Tag der Artenvielfalt im Tierpark beginnen. Einfach pünktlich am Kassenhäuschen erscheinen und schon geht´s los. Ganz wichtig: jeder, der hat, soll eigene Lupen, Ferngläser, Sammeldosen und Bestimmungsbücher mitbringen. Damit unsere Aktion auch schön dokumentiert werden kann, freuen wir uns auch auf begeisterte Menschen, Amateur oder Profi, die Fotos machen oder mit Pinsel und Leinwand oder einfach mit Buntstiften und Papier Bilder von den gefundenen Arten malen oder sich sonstwie künstlerisch betätigen wollen. Jedes Kind, das teilnimmt, erhält einen tollen Tierpark-Stempel auf die Hand gedruckt und einen Gutschein, für den es dann beim Ausgang 50 Cent Ermäßigung an der Kasse zurück bekommt.
Pressemitteilung (15) an diverse Medien vom 11. Juni 2003 Storchendramen en masseWarum in der Lausitz zur Zeit viele Storchenjunge sterben
Im Storchennest auf der Villa des Naturschutz-Tierpark Görlitz war bis vor wenigen Tagen alles in bester Ordnung. Die vier Jungen wurden von ihren Eltern fürsorglich gehegt. Plötzlich und völlig unerwartet schnappte sich dann aber ein Altstorch das kleinste Küken, nachdem es ihn mit einem fast lautlosen Klappern (die Schnäbel der ganz jungen Störche sind nämlich noch sehr weich) zur Nahrungsübergabe animieren wollte. Wie die Ringelnatter, die er in der Woche zuvor seinen Kindern brachte, wurde jetzt das Nesthäkchen von seinem eigenen Vater behandelt: Den Hals des Kleinen im festen Klammergriff des Schnabels, tötete er es durch ein kräftiges Schütteln und ließ es schließlich über den Nestrand nach unten fallen. Das alles konnten die Mitarbeiter des Naturschutz-Tierpark Görlitz in einer Videoaufzeichnung festhalten, die wie die gesamte Jungenaufzucht im Horst auf der Storchenvilla im Internet unter www.storchcam.de zu sehen ist. Das Töten von Jungen oder gar deren Verschlingen ist nicht nur bei Störchen, sondern auch bei anderen Vögeln und Säugetieren unter dem Namen "Kronismus" bekannt. Der Begriff geht auf eine griechische Sage zurück, nach der der Titan Kronos seine eigenen Kinder verschlang, die ihn nach einer Weissagung um den Thron bringen wollten. Unter ihnen entging nur Zeus diesem Schicksal dank einer List seiner Mutter Rhea. Bei dem geschilderten Storchendrama, das sich übrigens während der letzten Tage in der Lausitz auch bei anderen Storchennestern abspielte, ging es natürlich nicht um die Thronfolge. Für das aus menschlicher Sicht unverständliche Verhalten gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten. Der Storchenvater erkannte, dass das kleinste Junge keine Chance zum Überleben hatte, weil es vielleicht krank war. Ein solches Junges erhielten wir gestern (zum Glück noch lebend!), nachdem es von den Eltern wegen eines Plastebeutels am Flügel aus dem Nest geworfen worden war. Die immer noch gängigste Erklärung für den Kronismus besagt, dass die Storcheneltern erkennen bzw. gar ahnen, ob es einen Nahrungsmangel gibt, so dass die Nahrungskonkurrenz der großen Geschwister für die Nesthäkchen zum Problem werden würde. Die Medien greifen die von Fachleuten inzwischen als Mär erkannte Begründung immer wieder gern auf, so erst kürzlich als behauptet wurde, dass durch die große Trockenheit in der Region für die Störche ein Nahrungsmangel entstanden sei. Durch einen Vergleich verschiedener Wetterdaten mit dem in der jeweiligen Region bzw. im betreffenden Jahr festgestellten Bruterfolg von Störchen, konnte man feststellen, dass zahlreiche Nahrungstiere des Weißstorches durch trockenwarme Witterung sogar gefördert werden und so eine größere Zahl von Jungen aufgezogen werden kann (Thomsen et al. 2001). Direkte Jungenverluste durch Unterkühlung und Nahrungsmangel treten vielmehr dann auf, wenn es eine kalte und regnerische Witterung gibt. Die wohl wahrscheinlichere Erklärung für das Töten der eigenen Jungen ist eine andere: Man konnte feststellen, dass dieses Verhalten vor allem junge Storchenväter zeigen. Unser Storchenmann war offenbar ein solch unerfahrener Erstbrüter, der ganz einfach aus zeitweise mangelndem Brutpflegeinstinkt ein Fehlverhalten zeigte.
Pressemitteilung (14) an diverse Medien vom 3. Juni 2003 Tierisch viel Neues am Pfingstmontag im Görlitzer Naturschutz-TierparkVom Wolf und dem Storch, vom Beo und den Bienen Eigentlich wollten die Mitarbeiter des Naturschutz-Tierpark Görlitz in diesem Jahr ja keine Neuerungen präsentieren, weil man sich in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes verausgabt hatte. Dass nun am Pfingstmontag zum Storchenfest gleich mehrere tierische Neuheiten auf die Gäste warten, hat dennoch seine guten Gründe:Der Förderverein des Tierparks stellte Gelder für eine neue Voliere im Cafégarten des Restaurants zu Verfügung und das Arbeitsamt bewilligte eine ABM, die das Ganze in Windeseile umsetzte. Um 14:30 Uhr wird diese kleine, aber gestalterisch gelungene Voliere der Öffentlichkeit übergeben. In ihr werden zur Freude der Gäste agile und sprachgewandte Beos zu sehen sein, die ihren Tierpark-Lebensraum wie in der freien chinesischen Wildbahn mit Amherstfasanen und Lätzchenhäherlingen teilen.
In unserer heimischen freien Wildbahn leben
seit geraumer Zeit wieder Wölfe. Da diese Tierart zum Tier des Jahres 2003 ernannt wurde,
wird es zwischen 15:30 und 16:00 Uhr auf der Freilichtbühne des Tierparks ein
Podiumsgespräch zum Thema "Fabelhafte Geschichten über den Wolf" geben.
Die Besucher werden erfahren, dass selbst das Wappentier des Görlitzer Tierparks, der
Storch seine Erfahrungen mit dem Wolf sammeln mußte. Bezogen auf den Neubürger Wolf
sammelten aber auch Menschen aus unserer Region ihre Erfahrungen. Darüber werden der
Förster Siegfried Bruchholz, der Zoologe Dr. Hermann Ansorge, der Hobbyforscher Jan Noack
und der Naturschützer Michael Striese berichten.
Mit wesentlich kleineren Tieren sammelte Bruno Knopek seit Jahrzehnten seine Erfahrungen. Der Bienenkenner und passionierte Imker hat diese jetzt zusammen mit allen dazugehörigen Utensilien dem Tierpark uneigennützig zur Verfügung gestellt. Deshalb haben um 16:30 Uhr die Besucher erstmalig die Gelegenheit, eine HonigbienenSchaubeute am Bauerngarten in Augenschein zu nehmen. Das ist ein Bienenstock mit Scheiben, hinter denen man das Treiben im Bienenvolk betrachten kann. Für ein gänzlich anderes buntes Treiben und natürlich gute Unterhaltung sorgt übrigens ab 15:00 Uhr das Jugendblasorchester der Musikschule "Johann Adam Hiller" auf der Festwiese des Tierparks. Es werden bekannte Melodien aus verschiedenen Genres von Filmmusik über Tanzmusik bis hin zu deutscher und typisch böhmischer Blasmusik erklingen. Dazu tanzen die Majoretten der Tanzschule "Bonifac" aus Tschechien. Schließlich erhält das Kind, welches am 1. Juni die Patenschaft über das Pony "Orina" gewann, zu Beginn des Konzertes seine Patenschaftsurkunde und darf auf dem Patenpony reiten. (siehe unsere PM vom 26.05.03) Für Kaffee, Kuchen und Eis sorgen die Mitarbeiter des Restaurants "Zum gebratenen Storch".
Pressemitteilung (13) an diverse Medien vom 26. Mai 2003 Kindertag im Naturschutz-Tierpark Görlitz Ein PatenKind für OrinaSo manche Überraschung wartet zum Kindertag von 15:0017:00
Uhr auf unsere kleinen Tierpark-Besucher.
Welches Kind die Patenschaft gewinnt, wird von Frau Bäther, der Spenderin der TierspurenStempel bis zum 3. Juni ausgelost. Das "GewinnerKind" wird dann zu unserem Storchenfest, am 9. Juni 2003 um 14:30 Uhr eingeladen. Da bekommt es eine Patenschaftsurkunde und kann stolz auf "Orina" durch den Tierpark reiten! Es darf die Tierpfleger über "Orina" ausfragen und zum Patentag das Pony kostenlos besuchen. In einer Patenmappe kann es alle Informationen und Bilder von ihr sammeln. Die Ponys "Orina" und "Ronny" und unsere
Trampeltierstute "Shila" stehen zum Kindertag für unsere kleinen Gäste zum
Reiten bereit. Auch im Kaffeegarten ist alles für den Kindertag vorbereitet. Ein Clown wartet ab 10:00 Uhr auf seinen kleinen Gäste. Er hat eine Hüpfburg und eine Bastelstraße mitgebracht.
Pressemitteilung (12) an diverse Medien vom 21. Mai 2003 Drei Tage war er krank, nun schluckt er wieder, Gott sei Dank!
Tierpflegerin Sylvie Krystufek aus dem Naturschutz-Tierpark Görlitz hatte so etwas noch nicht gesehen: Trampeltierhengst Achmed stopfte sich zwar wie immer eine Portion Heu zwischen die Kiefer und kaute darauf herum, aber das Futter nahm nicht seinen gewohnten Weg, sondern wurde als gedrehter Zopf wieder ausgespuckt. Diese Prozedur wiederholte sich ständig und über mehrere Tage. Das bereitete der Betreuerin des Kamels große Sorgen. Zootierinspektorin Karin Riedel wußte zum Glück Rat, denn sie hatte diesbezüglich Erfahrungen aus ihrer veterinärmedizinischen Praxis: Bei Kühen war so etwas zu beobachten, wenn sich bei ihnen ein Heubindegarn um die Zunge gewickelt hatte oder Probleme mit dem Gebiß auftraten. Im Falle von Achmed war deshalb schnelles Handeln angesagt. Tierarzt Hubertus Thomas wurde alarmiert. Einem Trampeltierhengst in den Rachen zu schauen ist allerdings ohne eine Narkose unmöglich. Mit Blasrohr und Betäubungspfeil ging es dann auch gleich zur Sache. Fünfzehn Minuten später lag Achmed auf dem Bauch. Zwei Tierpfleger hielten seinen Kopf fest, während Hubertus Thomas zwischen die gewaltigen Kiefer schaute. Sein erleichtertes Durchatmen ließ alle Beteiligten sofort ruhiger werden. Das befürchtete Bindegarn war nicht zu finden, dafür aber ungewöhnlich scharfkantige Backenzähne, die dem Kamelhengst ganz offensichtlich zu schaffen gemacht hatten. Da Herr Thomas die für solch einen Fall notwendige Zahnraspel dabei hatte, war das Problem bald beseitigt. Die Zahnbehandlung trieb dem Tierarzt zwar die Schweißperlen ins Gesicht, aber die Freude über die gelungene Aktion ließ ihn alle Anstrengungen vergessen. Inzwischen kaut Achmed wieder genüßlich seine Rationen und füllt, wie es sich gehört, seinen Bauch damit.
Pressemitteilung (11) an diverse Medien vom 7. April 2003 Ursache für Tod des Kameljungen geklärt Trauer aber auch Frühlingserwachen im TierparkDie in der Landesuntersuchunsanstalt Dresden durchgeführte Untersuchung der Todesursache des am 28. März gestorbenen Kamelfohlens führte zu folgendem Ergebnis: Bei dem Jungtier hatten sich coli-Bakterien massenhaft vermehrt. Diese produzierten ein Toxin, das zu einer Blutvergiftung und Blutungen in den inneren Organen und schließlich einem Schock führte. Der kleine Kamelhengst zeigte keine Anzeichen einer solchen Erkrankung, die bei Kamelen ohnehin sehr selten auftritt. Zudem läuft ein solches Krankheitsgeschehen akut und in sehr kurzer Zeit ab, so dass leider keine tierärztliche Hilfe möglich ist. Deshalb und wegen der Mühen, die sich Tierarzt und Tierpfleger bereits wegen der Beinprobleme des kleinen Kerls gemacht hatten, schmerzt der Verlust besonders schwer. Ein kleines Trostpflaster sind die inzwischen (trotz Kälteeinbruchs!) bei zahlreichen anderen Tierparktieren deutlich sichtbaren Frühlingszeichen und gefühle: Der erste Weißstorch des auf dem Dach der Tierparkvilla brütenden Wildvogel-Paares ist vergangene Woche angekommen. Wer sich laufend über das Geschehen informieren möchte, der kann unter www.tierpark-goerlitz.de oder www.storchcam.de nachschauen. Wir haben wieder eine Kamera installiert, die das Leben unserer Störche dokumentiert. Die haben bei Familie "Osterhase" übrigens schon im Februar ihren Dienst getan, und das, obwohl sie da noch in Afrika nach Heuschrecken suchten! Vielleicht bedient sich Adebar inzwischen auch moderner Technik? Jedenfalls kann der Tierpark zum entsprechenden Fest in zwei Wochen zahlreiche junge Kaninchen und Zicklein präsentieren, die schon auf ihre Besucher-Streicheleinheiten warten. Und ohne Eier läuft bekanntlich zu Ostern nichts. Deshalb hat sich in den letzten zwei Wochen auch das Tierpark-Federvieh kräftig in´s Stroh gelegt und viele von den begehrten hartschaligen Ovalen "abgedrückt" ... auf dass es zum Fest überall österlich piept.
Pressemitteilung (10) an diverse Medien vom 2. April 2003 Großes Geschnatter zum Frühlingsfest im Naturschutz-Tierpark Görlitz und 10. Görlitzer Mistkarrenrennen"Alle meine Entchen..." des Naturschutz-Tierpark Görlitz e. V. bereiten sich derzeit auf das diesjährige "Frühlingsfest" vor. Verschiedene Entenrassen üben sich jetzt schon im Schnattern. Die ersten Entenküken sind geschlüpft. Häßliche Entlein sind nicht dabei! Das große Geschnatter beginnt zum diesjährigen Frühlingsfest am 21.4.2003 wie immer um 10:00 Uhr mit dem Ostereier suchen. Da der Osterhase früh noch eine ganze Menge zu tun hat, öffnet der Naturschutz-Tierpark erst 9:30 Uhr. Bis 10:00 Uhr müssen sich die Besucher im Eingangsbereich gedulden,
erst dann gibt es den Startschuß für die große OstereierSuche. Viele andere Jungtiere sind außerdem zu sehen und dürfen gestreichelt werden und Ponyreiten gibt es auch. Wer dann von dem Geschnatter noch nicht genug hat, kann sich im NaTIERkundehaus eine richtige Entenparade, bestehend aus Leihgaben des Spielzeugmuseum und von privaten Besitzern anschauen! Ob da häßliche Entlein dabei sind? Den Film vom "Häßlichen Entlein" jedenfalls können sich die kleinen und großen Entenfans gern ansehen ebenso eine extra für das Fest gestaltete Ausstellung. Natürlich wird es auch noch die eine oder andere kleine Überraschung geben. Schließlich war ja der Osterhase im Naturschutz-Tierpark. Der große Höhepunkt des Frühlingsfestes folgt dann um 11:30 Uhr auf dem Freigelände des Bauernhofes. Görlitzer Apotheker werden versuchen, den ganzen Mist wegzukarren, den man ihnen vor die Füße gekippt hat! Ob sie den Mist schaffen, wie gut oder pfiffig sie ihn aufladen und wer beim Mistkarrenrennen der beste Apotheker ist, erleben Sie beim 10. Görlitzer Mistkarrenrennen der Apothekerinnen und Apotheker. Für den Siegertusch und die zünftige Blasmusik sorgen die
Oberlausitzer Blasmusikanten.
Pressemitteilung (9) an diverse Medien vom 1. April 2003!!! Fischotter als BGS-MitarbeiterPolizeiobermeister Jürgen Kogel traute seinen Ohren nicht als er erfuhr, dass er jetzt Fischotter ausbilden soll. Normalerweise kümmert er sich beim Bundesgrenzschutz um die Ausbildung von Diensthunden. Gemeinsam mit Diensthundelehrwart Mario Nix bekam er nun die knifflige Aufgabe, an einem Pilotprojekt mitzuwirken. Im Rahmen dieses Projektes, das in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz-Tierpark Görlitz entwickelt wurde, haben die beiden BGS-Mitarbeiter die Aufgabe, einem Fischotter beizubringen, dass er an und in der Neiße nach verstecktem Schmuggelgut sucht. Nach den ersten Voruntersuchungen (Das Projekt beginnt eigentlich erst am 1. April.) stellt sich der von Tierpflegerin Annette Schneider handaufgezogene Otter auch gar nicht dumm an. Dies verwundert nicht, denn Fischotter orientieren sich bei ihrer Nahrungssuche in erster Linie olfaktorisch, das heißt mit der Nase. Sollte es nun gelingen, den "BGS-Otter" auf die Suche von Zigaretten oder anderem Schmuggelgut abzurichten, dann können Steuerausfälle in beträchtlicher Größenordnung verhindert werden, von denen am Ende sicher auch den Artgenossen des Otters im Tierpark oder in freier Wildbahn etwas zugute kommen kann.
Pressemitteilung (8) an diverse Medien vom 28. März 2003 Junger Kamelhengst plötzlich gestorbenIn der Nacht zum Freitag ist unser erst am 14. März geborener Kamelhengst gestorben. Der Liebling der Tierpfleger hatte schon einige Tage nach seiner Geburt gesundheitliche Probleme (Sehnenverkürzung in den Vorderbeinen), über deren Behandlung wir aktuell berichteten. Ob allerdings der unerwartete und deshalb besonders schmerzliche Verlust in irgendeinem Zusammenhang damit steht, läßt sich zur Zeit nicht sagen. Das Tier wurde sofort an die Landesuntersuchungsanstalt nach Dresden gegeben. Am kommenden Dienstag sollen die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung vorliegen. Wir werden Sie darüber wieder informieren.
Pressemitteilung (7) an diverse Medien vom 4. März 2003 Schafschur im Naturschutz-Tierpark Görlitz
Am 9. März findet um 15:00 Uhr wieder die
alljährliche Schafschur der Rauhwolligen Landschafe statt. Herr Elsner aus Uhsmannsdorf
wird wie jedes Jahr die "Schere" in die Hand nehmen. Bleibt bloß zu hoffen,
daß es bald warm wird, damit unsere Schafe mit ihrer "Kurzhaarfrisur" nicht
frieren. Gleichzeitig wird Ihnen Frau Glaubitz vorführen, wie man die Wolle zu einem
Faden spinnt.
Retter in der "Panda-Not" - Dank der Feuerwehr für Tierrettung
Naturschutz-Tierpark Görlitz am Morgen des 4. Februar: Trotz einer zweistündigen "Schneeballschlacht" hat Iven Strangalies kalte Füsse bekommen. Der Tierpfleger steht nämlich seit neun Uhr am Gehege der Roten Pandas und versucht, das Weibchen "Mei Mei" mit gezielten Schneeballwürfen in Bewegung zu halten. Die hat die Katzenbärendame auch dringend nötig, denn zitternd sitzt sie 20 m über dem Erdboden in einer Linde und traut sich nicht nach unten. Das wäre unproblematisch, wenn der Baum im Gehege stünde. Zum Leidwesen der Tierparkmitarbeiter wächst er aber auf dem Pandaspielplatz gleich nebenan. Wie der Panda dorthin gelangte war schnell klar: Der nächtliche Schneefall hatte die Zweige eines Haselnußbusches in das Gehege gebogen. Bei ihrem morgendlichen Rundgang war dies der Pandamutter aufgefallen und sofort packte sie die Gelegenheit, besser gesagt die Zweige beim Schopfe, um den Erkundungsgang zu erweitern, denn draussen lockte ein leckeres Frühstück in Form von tief verschneitem Bambus. Danach legte sie sich in der Linde zur Ruhe, ohne allerdings an den Rückweg zu denken... an der gefrorenen Rinde eines dicken Baumes nach unten zu klettern schien nicht ihr Ding zu sein. Deshalb legten die Tierpfleger für sie extra eine Kletterhilfe an den Stamm, die allerdings keine Beachtung fand. So blieb als letzte Rettung nur noch ein Anruf bei der Feuerwehr. Nach einer Lagebesprechung vor Ort rückte um 13:30 Uhr das Team der Görlitzer Wachstaffel 3 an. In Windeseile waren die Schläuche ausgelegt und die Pandadame auf´s Korn genommen. Einen kratzbürstigen Kleinbär von der Leiter aus einzufangen, wollte man gar nicht erst riskieren. Deshalb mußte er sich eine unfreiwillige Dusche gefallen lassen, die aber innerhalb weniger Minuten ihren Zweck erfüllte: Pitschnaß zwar, aber nunmehr zu seinem Glück gezwungen, kletterte der Panda nach unten, um dort in einem Kescher zu landen, den die Tierpfleger vorsorglich bereithielten. Für die Nacht hatten sie ihm auch schon ein Quartier eingerichtet, in dem er sein Fell trocknen und eine extra Ration Bambus verspeisen konnte. Heute früh ging es dann wieder zurück zu Mann und Sohn, der seine Mutter schon sehnsüchtig erwartete.
Pressemitteilung (5) an diverse Medien vom 4. Februar 2003 Fischottertage in den Winterferienein zweitägiges Winterferienangebot des Biosphärenreservates und des Naturschutz-Tierpark Görlitz e. V.Donnerstag, den 13.02.03 und Freitag, den 14.02.03
Fischotter - Tag im Naturschutz-Tierpark Donnerstag, 14:00 - 20:00 Uhr , Treffpunkt: Tierpark - Kasse Wir werden die verspielten Otter Moritz und Luterka beobachten, bei der Fütterung dabei sein und ihre Tierpflegerin befragen, Otterspiele machen und uns zum Abschluß am Lagerfeuer ein Fischottermenü munden lassen. Der Unkostenbeitrag (einschließlich Eintritt) beträgt 5,00 . Wichtig sind warme Kleidung und festes Schuhwerk ! Anmeldung unter Tel. 03581/407400 Fischotter - Tag im Biosphärenreserevat Freitag, 10:00-16:00 Uhr, Treffpunkt: Guttau, Ortseingang rechts, Start Lehrpfad Guttau Wir erkunden im Biosphärenreservat den Lebensraum des Fischotters und suchen nach seinen Fährten. Dabei wandern wir entlang des Lehrpfades zwischen Guttau und Wartha. Ihr solltet alle warme Kleidung, festes Schuhwerk und ein großes Lunchpaket sowie warmen Tee mitbringen. Anmeldung unter Tel. 035893-50828 oder umbi@erde.de mit Rücksprache zwecks Bildung von Fahrgemeinschaften Für dieses Ferienprogramm solltet Ihr zwischen 8 und 14 Jahren alt sein. Wenn Ihr Euch interessiert, dann meldet Euch schnell an. Die Teilnehmerzahl ist für beide Tage auf 20 beschränkt!
Pressemitteilung (4) an diverse Medien vom 29. Januar 2003 Den Tierpflegern über die Schulter geschautTierische Winterferien im Naturschutz-Tierpark Görlitz
Jeden Mittwoch und Donnerstag in den Winterferien von 14:00 bis 15:30 Uhr haben jeweils 12 interessierte Ferienkinder die Möglichkeit, den Tierpflegern über die Schulter zu schauen, sie bei ihrer Arbeit zu begleiten und mitzuhelfen. Da dürft ihr endlich einmal füttern, putzen, streicheln, beobachten und mal richtige Tierpfleger sein. Damit die Pfleger Euren Interessen auch wirklich nachkommen können, solltet ihr Euch unbedingt vorher bei uns unter der Telefonnummer 40 74 00 für die "Ferien mit Tieren" anmelden und Euch für eines von den vier folgenden Revieren entscheiden (pro Revier können nur maximal 3 Kinder angenommen werden): · Vogelrevier (mit exotischen Vögeln, Kattas, Meerkatzen und Roten Pandas) · Wiederkäuerrevier (mit Steinböcken, Murmeltieren, Yaks, Ziegen, Kamelen und Luchsen) · Futterküche (mit Fischottern, Rhesusaffen, Ponys und der Futtertierzucht) · Haustierstall ( mit Tieren im Haus- und Heimtierbereich) Unkostenbeitrag: 2,50 Euro
Pressemitteilung (3) an diverse Medien vom 10. Januar 2003 Aktion 55Der Naturschutz-Tierpark Görlitz sucht für die "Aktion 55" noch Interessenten. Bewerben können sich alle, die zwischen 55 und 60 Jahre alt sind, ohne feste Arbeit sind und Interesse an Tieren bzw. dem Umgang mit Menschen haben. Interessenten melden sich bitte bei Frau Buchholz Telefon 40 74 00.
Pressemitteilung (2) an diverse Medien vom 9. Januar 2003 Der Tierpark braucht Hinweise zur Dohle
Der mittelgroße Rabenvogel mit dem grauen Nacken und den hellblauen Augen wird immer seltener bei uns. Ursprünglich ein Besiedler von Felswänden und Baumhöhlen folgte sie dem Menschen und nutzte als Kulturfolger die sich bietenden neuen Nistmöglichkeiten in Städten und Dörfern. Bei der Nistplatzsuche ist sie sehr anpassungsfähig. Ähnlich wie andere Gebäudebrüter nutzt sie gerne Dachkästen von Wohnbauten, Nischen in Fassaden, Lüftungslöcher, Kirchtürme, ungenutzte Schornsteine und sonstige Strukturen an Gebäuden, an denen sie ungestört ist. Als Bewohner unserer Städte und Dörfer ist die Dohle direkt von menschlichen Aktivitäten abhängig. Durch zunehmende Sanierungstätigkeiten in den letzten Jahren sind viele Brutorte verloren gegangen, wodurch in vielen Gebieten Deutschlands, aber auch in anderen Ländern Europas, der Bestand drastisch zurückgegangen ist. Heute gehört sie in Sachsen zu den gefährdeten Vogelarten, steht hier in der Roten Liste, bundesweit ist sie in der Bundesartenschutzverordnung erfasst. In Görlitz ist immer noch eine große Population vorhanden, aber auch sie ist in den letzten Jahren zurück gegangen. Im Kraftwerksbereich von Hagenwerder lebt noch die möglicherweise größte Brutpopulation Deutschlands. Um diese Dohlenpopulation auf Dauer in ihrem Bestand zu sichern, hat der Tierpark im Rahmen seiner Naturschutz-Aktivitäten ein Projekt entwickelt, das es nun zu verwirklichen gilt. Zum wirksamen Schutz der Dohle ist es unter anderem wichtig festzustellen, wie groß der gesamte Bestand vor Ort überhaupt ist. Dies ist am besten durch Zählung an ihren Schlafplätzen möglich, denn die Dohle lebt gerne kolonieweise. Alle Individuen einer Region sammeln sich bei oder nach Sonnenuntergang an einem für sie günstigen Ort zum Schlafen. Dieser besteht in der Regel aus einem Laubbaumbestand größerer Bäume. Die gemeinsame Nachtruhe hat für die Vögel einige Vorteile. Aber wo genau dieser Schlafplatz ist, ist dem Tierpark noch nicht bekannt. Dafür brauchen wir Hinweise aus der Region. Wer von Ihnen Angaben zu möglichen Schlafplätzen der Dohle machen kann, der soll sich bitte im Tierpark melden - beim dortigen Mitarbeiter für Naturschutz. Fragen Sie nach Bernd Fischer, montags bis mittwochs von 8:00 - 12:00 sowie 13:00 - 15:00 Uhr.
Pressemitteilung (1) an diverse Medien vom 6. Januar 2003 Im alten wie im neuen Jahr kein Storchbraten zu haben
Naturschutz-Tierpark Görlitz - Jahresrückblick 2002 und Ausblick 2003 Jahresrückblick 2002 Dass der Name eines Restaurants so viele Schlagzeilen verursachen kann, hätten sich die Mitarbeiter des Görlitzer Tierparks niemals träumen lassen. Zum Nachdenken anregen sollte er schon, der Name der im Mai des vergangenen Jahres eröffneten Gaststätte "Zum gebratenen Storch". Allerdings rechnete man damit, dass der Gast gar nicht erst auf den Gedanken kommt, die Bezeichnung sei ernst gemeint, ist es doch heute und hierzulande nicht mehr üblich, Störche zu verspeisen. Lediglich auf das Sprichwort "Da brat mir einer ´nen Storch!" sollte Bezug genommen werden. Und diejenigen Tierparkbesucher, die inzwischen Bekanntschaft mit dem niveauvoll gestalteten und gut geführten Restaurant geschlossen haben, berichten aus eigener Erfahrung, sie hätten es nie für möglich gehalten, welch innige Beziehung es zwischen Mensch und Storch gab und gibt. Davon erzählen nämlich die in den Gasträumen ausgestellten Grafiken, Bilder, Postkarten, Teller oder Bierkrüge mit Storchmotiven. Noch viel detail- und inhaltsreicher ist die kulturhistorische Bedeutung des Adebar in der deutschlandweit einmaligen Ausstellung "Klapperstorch mein Guter" dargestellt, die ebenfalls zum Storchenfest 2002 der Öffentlichkeit übergeben und inzwischen von 2.300 Interessenten besucht wurde. Weit weniger medienwirksam, aber fachlich mindestens ebenso wertvoll, waren andere Ereignisse des zurückliegenden Tierparkjahres. Die Aufnahme in den Weltzooverband WAZA ist hier besonders hervorzuheben, denn sie stellt eine weltweite Anerkennung der tiergärtnerischen Leistungen des kleinen Zoos an der Neiße dar. Maßgeblich mitbestimmt wurde die Entscheidung der Aufnahmekommission durch solch gute Tiergehege wie das für Fischotter oder für Rote Pandas, durch die innovative zoopädagogische und die intensive Naturschutz-Arbeit des Görlitzer Tierparks. Letztere beinhaltete im vergangenen Jahr unter anderem die Beschaffung und tiergärtnerische Betreuung der Elche für das sogenannte "Offenlandprojekt" auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Dauban. Die Tiere kamen aus dem schwedischen Zoo Höör und dem Schweizer Tiergarten Bern. Für den Tierbestand im Tierpark selbst gab es natürlich auch Nachschub, sowohl durch Tausch (u.a. zwei Kameldamen und sechs neue Weißstörche) als auch durch eigene Nachzucht: Erstmals in Görlitz sind Pallaskatzen geboren, zum zweiten Mal Rote Pandas und zum wiederholten Male Chinasittiche, Rhesusaffen, Murmeltiere, Steinböcke und Steinhühner. Ganz fleißig waren natürlich wieder die Haustiere, die insgesamt etwa 150 Küken ausbrüteten bzw. Ferkel, Zicklein, Lämmer oder Kälber zur Welt brachten. Der Kontakt zu diesen Tieren ist für die Besucher wichtig und wertvoll, für die Tierpfleger intensiv und mitunter sehr eng. Deshalb waren sie besonders traurig, weil sie sich im letzten Jahr von der Kuh Sabine' und dem Schwein Karola' trennen mussten. Dass Freud und Leid, Spannung und Ärger in einem Tierpark immer dicht beeinander liegen, haben die Tierpfleger sogar am letzten Tag des Jahres zu spüren bekommen. Ein herrliches Winterkleid hatte der Schnee in der Nacht allen Bäumen angelegt, auch der Eibe am Pandagehege. Deren Äste neigten sich unter der schönen Last und bildeten dadurch eine Brücke zu den Ästen im Gehege. Das nutzte die Pandadame für einen Silvesterspaziergang im Tierpark, der ihr sicher gut gefiel. Etwas weniger Gefallen fanden die Tierpfleger daran, dafür aber eine Möglichkeit, den Ausreißer nach zwei Stunden wieder einzufangen. Das brachte ihnen kalte Füße und dem Panda ein unfreiwilliges Eisbad im Ententeich. Dafür durfte er dann die Silvesternacht im Warmen verbringen, damit er gesund bleiben und die Tierpark-Mitarbeiter beruhigt in´s neue Jahr gehen konnten. Ausblick 2003 Der erste Tag des neuen Jahres hat zum Glück keine unliebsamen Überraschungen gebracht. Gerne lassen sich aber die Tierpfleger von den hoffentlich zahlreichen Tiergeburten überraschen, zum Beispiel von den unmittelbar bevorstehenden Zwergziegengeburten. Etwas besser planbar sind natürlich die Überraschungen für unsere Besucher. Dazu zählen Veranstaltungen wie das Mistkarrenrennen der Apotheker zu Ostern, das Sommerkino im Juni zum Thema Wolf oder die Wahl des schönsten sächsischen Esels Ende September. Der vollständige Veranstaltungsplan des Jahres liegt an der Tierparkkasse bzw. an den bekannten Stellen innerhalb des Stadtgebietes aus. Die Tierparkbesucher werden es hoffentlich nicht übel nehmen, dass 2003 einmal kein großes Tiergehege- oder sonstiges Neubauprojekt abgeschlossen werden kann. Diesbezüglich sind sie ja in den zurückliegenden 10 Jahren regelrecht verwöhnt worden. Selbstverständlich gibt es triftige Gründe für diese Baupause. Zum einen müssen dringend erforderliche Werterhaltungsmaßnahmen bei den vorhandenen Gehegen für Gänsegeier, Steinböcke, Fischotter etc., bei den Wegen und der Abenteuerbrücke durchgeführt werden. Zum anderen fehlt für die großen neuen Projekte wie das Tibeterdorf noch das notwendige Geld bzw. der Planungsvorlauf. Dennoch erwarten den Besucher in diesem Jahr kleinere Neuheiten, die vielleicht nicht so spektakulär, aber ebenso attraktiv sind. Im Cafégarten des Storchenrestaurants wird eine Vogelvoliere für Beos, die Künstler im Nachahmen von Geräuschen, errichtet. So muß man auch beim Eis essen nicht auf einen unmittelbaren Tierkontakt verzichten. Und am Fischottergehege wird man in Aquarien heimische Fische beobachten können, die zum Beutespektrum des Wassermarders zählen. Derzeit beschäftigt man sich übrigens mit der Erarbeitung eines Projektes für die Auswilderung des jungen Fischotters, der im Juli vergangenen Jahres als Findelkind in den Tierpark kam. Wenn der Otter und die Geldgeber mitspielen, dann wird dies eine ganz besondere Sache, denn das Entlassen in die Freiheit soll mit einer wissenschaftlichen Begleitung einhergehen. So können nicht nur offene Fragen zur Biologie des heimlichen Nachtjägers geklärt werden, sondern auch solche, die mit der Fischereiwirtschaft oder Naturschutzproblemen zusammenhängen. Eine ausgezeichnete Grundlage für das Ganze legten Tierpflegerin Annette Schneider und BGS-Diensthundelehrwart Mario Nix bereits in den letzten Wochen, indem sie den Otter für die Aufgaben, die ihn erwarten, trainiert haben. Wie vielfältig und anstrengend, aber dennoch interessant und reizvoll die Aufgaben der 20 Tierpark-Mitarbeiter sind, soll die Öffentlichkeit im Verlauf des Jahres erfahren, denn immer wieder werden wir mit völlig falschen Vorstellungen über unsere Tätigkeit konfrontiert. Ein Tierpark funktioniert nämlich beileibe nicht, wenn nur die Tiere gefüttert und deren Gehege gesäubert werden. In loser Folge werden deshalb die Medien* nicht nur über die Arbeit der Tierpfleger, der Zoopädagogin oder der Kassiererinnen informiert, sondern auch über die wichtige Tätigkeit der im Hintergrund agierenden Handwerker, des Gärtners, der Raumpflegerin und der Büroangestellten. Erst das Zusammenspiel all dieser "Rädchen" führt zum Funktionieren des Tierpark-Uhrwerkes, auch im neuen Jahr und hoffentlich mit möglichst wenigen unliebsamen Überraschungen.
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