Kronenkraniche erreichen eine imposante Flügelspannweite von zwei Metern und leben südlich der Sahara in Afrika. Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs werden sie in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. Als besonders talentierte Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. So trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei.
Die charismatische Kranichart ist jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten und menschliche Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume gefährdet. Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen und die direkte Nachstellung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als Dekoobjekte in Haus- oder Hotelgärten tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. Die Zahl der Kronenkraniche nahm etwa in Ostafrika in den letzten 40 Jahren um 80% ab. In Tansania, gut drei Mal so groß wie Deutschland, leben nur noch ca. 2.000 Vögel.
Tansania war einst Heimat von zehntausenden Kronenkranichen. Heute sind nur noch wenige tausend Tiere übrig – bedroht durch Lebensraumverlust, illegale Jagd, Brände und intensive Landwirtschaft. Nature Tanzania arbeitet mit lokalen Gemeinden, Schulen und Freiwilligen daran, den Kranichen eine Zukunft zu sichern. In den 1940er-Jahren wurde der Graue Kronenkranich in Tansania als „landwirtschaftlicher Schädling“ eingestuft – ein Vorurteil, das bis heute nachwirkt. Eier und Jungvögel werden abgesammelt, erwachsene Tiere gejagt oder vergiftet.
Von einst hunderttausenden Kranichen sind nur noch etwa 2.000 Vögel übrig. Seit 2019 engagiert sich Nature Tanzania für den Schutz der Art – zuerst in Kagera, später auch in Arusha, am Kilimandscharo und im Malagarasi-Muyovozi-Feucht-gebiet. In Kagera, an der Grenze zu Ruanda und Uganda, siedeln sich Kraniche wieder an. Dank der Zusammenarbeit mit Regierung, Bauern und Fischern sowie Umweltbildung konnten 2025 bereits 210 Vögel gezählt werden – ein positives Signal. Doch große Herausforderungen bleiben: intensive Landwirtschaft, Pestizide, Abbrennen von Feuchtgebieten und Schilfbrände gefährden Brut und Lebensräume. Mit nur zwei Mitarbeitenden vor Ort setzt Nature Tanzania auf ein Netzwerk freiwilliger Kranichschützer, um das Gebiet wirksam zu überwachen.
Der Graue Kronenkranich ist die am stärksten bedrohte Kranichart weltweit – in den letzten 50 Jahren sind die Bestände um rund 80 % eingebrochen. Ursachen sind Lebensraumverlust, illegale Jagd, Handel, Vergiftungen, der massive Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft und Kollisionen mit Stromleitungen.
In Kenia leben noch etwa 10.000 Kronenkraniche. Doch nur knapp 5 % davon befinden sich in staatlichen Schutzgebieten – die große Mehrheit lebt in landwirtschaftlich genutzten Flächen oder frei zugänglichen Feuchtgebieten. Das macht den Schutz besonders schwierig.
Um zu überleben benötigen die Vögel intakte Feuchtgebiete, eine abwechslungsreiche kleinbäuerliche Kulturlandschaft und Menschen, die sie schützen. Das Projektteam „Cranes Conservation Volunteers“ bemüht sich seit 10 Jahren um den Erhalt der Grauen Kronenkraniche und konnte deren Bestandszahlen im Projektgebiet bereits erhöhen. Nun soll ihre Arbeit in Zentralkenia ausgeweitet werden, wofür ein Netzwerk von Freiwilligen aufgebaut wird.
Ein zentraler Lebensraum ist der Lake Ol’Bolossat im Landkreis Nyandarua, nordwestlich von Nairobi. Hier hat die Organisation in den letzten zehn Jahren mit Bildungsarbeit, Aufklärung und lokalen Schutzinitiativen erste Erfolge erzielt.
In Burundi war der Graue Kronenkranich fast verschwunden. Durch politische Unruhen und fehlende Schutzmaßnahmen kam der Bestand komplett zum Erliegen. Doch seit kurzem gibt es wieder Hoffnung: immer mehr Vögel aus Ruanda, Uganda und Tansania siedeln sich erneut im Land an. 2025 konnten bereits 19 Tiere im Grenzgebiet gezählt werden. Da die Vögel dann verfolgt und bejagt wurden, wurde ein Schutzkonzept erstellt, um insbesondere Kraniche, die aus den Nachbarländern nach Burundi einwandern, zu schützen und so eine Neubesiedlung zu ermöglichen.
Aufgrund der positiven Entwicklung der Kronenkranichbestände in Ruanda und der damit verbundenen Ausbreitung nach Burundi wurden die Schutzmaßnahmen verstärkt.
Damit diese Rückkehr gelingt, unterstützt das Projektteam lokale Gemeinden direkt vor Ort. Ziel ist es, Lebensräume zu sichern und Konflikte mit der Bevölkerung zu vermeiden Dazu gehören Aufklärungsarbeit, die Ausbildung von ehrenamtlichen Kranichschützern und praktische Hilfen für alternative Einkommensquellen wie nachhaltige Landwirtschaft oder ökologischen Fischfang. So wird nicht nur der Kronenkranich geschützt, sondern auch die Lebensgrundlagen der Menschen verbessert. Im Rahmen von Landscape Restauration sollen Ruhebereiche und Schlafbäume für Kraniche gesichert bzw. geschaffen werden.
Die Kampagne wurde 2016 ins Leben gerufen mit dem Ziel sich für besonders bedrohte Arten ohne Lobby einzusetzen, die normalerweise nicht im Rampenlicht stehen.
Wichtig dabei war es, nicht nur eine Werbeaktion durchzuführen und auf das Schicksal bedrohter Tierarten aufmerksam zu machen, sondern konkret etwas für die Projekte vor Ort zu bewegen. Um in Form von Öffentlichkeitsarbeit für Tierarten ohne Lobby und langfristigen Artenschutzmaßnahmen möglichst viel für die im Fokus stehende Tierart bewirken zu können bündelten vier im Artenschutz aktive Partner ihre Kräfte: die Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP), die Deutsche Tierpark-Gesellschaft e.V. (DTG), die Gemeinschaft der Zooförderer e.V. (GdZ) und der Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VdZ).
Weitere Informationen zur Kampagne: Zootier des Jahres