Singvögel in Südostasien sind in den letzten Jahrzehnten zum Objekt einer exzessiven, aber kulturell tief verwurzelten Übernutzung geworden, sowohl für den Handel, für Gesangswettbewerbe, als Haustiere, Statussymbol, für den Export, aber auch für die traditionelle Medizin und als Nahrung.

Die Nachfrage nach Singvögeln in Südostasien

ist extrem hoch, und betrifft Hunderte von Arten und Millionen von Individuen im Jahr. Der Handel ist meist illegal und offensichtlich nicht nachhaltig. Somit wird er als primäre Bedrohung für viele Arten in Südostasien, vor allem in der Region der Großen Sundainseln, gesehen.

Die Großen Sundainseln mit Brunei, West Indonesien (Bali, Java, Kalimantan und Sumatra), sowie Singapur, Malaysia, Südmyanmar und Südthailand ist eine ökologisch sehr vielfältige Region mit mehr als 850 Vogelarten. Sie ist einer der globalen Biodiversitäts-Hotspots mit hohem Endemismus. Indonesien hat eine der weltweit höchsten Raten an Vogelarten, die von der Ausrottung bedroht sind, in Asien ist es die höchste Rate (vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder gefährdet, IUCN Rote Liste, 2017).

Warum ausgerechnet hier?

Das Problem ist kulturell bedingt. Seit langer Zeit sind in Südostasien Vögel in Käfighaltung beliebte Haustiere. Einen Vogel zu besitzen ist ein verbreiteter Brauch. Jeder kann sich einen Vogel auf dem Markt kaufen, unabhängig von seinem sozialen Status. Es geht jedoch nicht nur um Haustiere. Singvogel-Wettbewerbe sind ein weiterer bedeutender kultureller Aspekt. Sie bieten zudem eine finanzielle Motivation für das Familieneinkommen. Während sich die Tradition im Laufe der Zeit entwickelt und verändert hat, hat sich die Kultur der Haltung von Singvögeln erhalten und zu einer Sport- und Massenindustrie entwickelt, die alle Branchen von der Käfigherstellung, über Lebensmittel bis zu Nahrungsergänzungsmittel umfasst. Es gibt eine Vielzahl von Vogelvereinen, die die Singvogelwettbewerbe zu riesigen Sport-Veranstaltungen und dadurch zu einem lukrativen Geschäft machen. Obwohl es in Indonesien viele legitimierte Züchter gibt, gibt es immer noch eine alarmierende Zahl von Fallenstellern, Großhändlern und Läden, die illegal mit wild gefangenen Vögeln handeln. Dies liegt vor allem daran, dass die Menschen glauben, dass wilde Vögel besser singen können, stärker und potenter sind. Außerdem ist es oft viel einfacher Vögel zu fangen als einen Vogel zu züchten. Bedauerlicherweise überleben viele der wild gefangenen Vögel nicht mehr als die ersten Tage im Käfig.

Warum ausgerechnet jetzt?

Das Ausmaß der Ausbeutung von Singvögeln in Asien ist verheerend und wurde lange Zeit unterschätzt. Unser Wissen über den Bedrohungsstatus der Populationen hinkt hinter der Geschwindigkeit hinterher mit der die Arten verschwinden. Die IUCN-Kategorien müssten sich viel schneller ändern, um die tatsächliche Situation widerzuspiegeln. Darüber hinaus sind derzeit nur wenige der betroffenen Arten im Rahmen nationaler (Verbreitungsländer) und internationaler Gesetze geschützt.

Und selbst wenn die Arten lokal als geschützt gelten, werden die Handelsverbote selbst bei den bedrohtesten Arten nicht ausreichend durchgesetzt.

Die Kampagne zielt darauf ab, die anhaltende Ausrottung der Singvögel in Asien zu stoppen und das Bewusstsein in der Zoogemeinschaft, bei Besuchern und Partnerorganisationen, zu stärken. Um diese Ziele zu erreichen, muss die Zoogemeinschaft an einem Strang ziehen, um die nötigen Ressourcen an Arbeitskräften, ihr Know-How und Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Wenn alle zusammenarbeiten, kann es gelingen, möglichst viele asiatische Singvogelarten vor der Ausrottung zu bewahren.

 

Zur Homepage der Kampagne:

Silent Forest