Kein Überleben ohne Bienen

Schon Albert Einstein wusste:

 „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben: Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Rund 560 verschiedene heimische Wildbienenarten sorgen zusammen mit der bekannten Honigbiene für Vielfalt in der Natur und auf unseren Tellern. Sie bestäuben die allermeisten Wild- und Kulturpflanzen und verhelfen ihnen so zu Blüte und Frucht.

Eine Studie beziffert die Wertschöpfung durch Wildbienen – das „Bruttobienenprodukt“ so zu sagen:

Die Bestäubungsleistung von Wildbienen trägt demnach im Schnitt 2900 Euro pro Hektar zur Agrarproduktion bei, während Honigbienenvölker 2600 Euro pro Hektar an Wert schöpfen. Insgesamt beträgt der monetäre Wert der Insekten in Europa 14 Milliarden Euro im Jahr. Ein großer Anteil dieses Wertes geht dabei auf das Konto der Wildbienen.

 

Wildbienen

fühlen sich auf Blumenwiesen, an Waldrändern, in Gärten und in grünen Siedlungsgebieten am wohlsten. Dort suchen sie ständig nach Nahrung und Nistmöglichkeiten, unter anderem Löcher in totem Holz, Lehmwänden oder Sand.

Leider sind in unserer modernen Welt viele dieser Möglichkeiten verloren gegangen.

Und genau damit haben die Wildbienen zu kämpfen.

Bedrohungen

Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird.

 

Monokulturen in der Landwirtschaft und Gärten verringern das Nahrungsangebot für Bienen. Auch grüner Rasen ist eine Monokultur.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Pestizide) tötet nicht nur „Schädlinge“, sondern auch viele Bienen. Diese Giftstoffe beeinflussen das Nervensystem der Insekten, ihren natürlichen Orientierungssinn und verringern ihre Lebensdauer und Fortpflanzung.

Die permanente Überdüngung durch den Gebrauch von Kunstdünger und die Stickoxide, die durch den Autoverkehr verursacht werden, haben eine katastrophale Verarmung der Blütenvielfalt zur Folge.

 

Viele Wildbienenarten sind hochspezialisiert auf bestimmte Lebensräume und Nahrungspflanzen. Frühlingssamtbienen etwa bevorzugen Weidenblüten, Efeuseidenbienen haben sich auf Efeublüten spezialisiert und Mohnbienen sind auf Mohn angewiesen. Andere Wildbienenarten, wie Mauerbienen, sind nicht wählerisch, sie fliegen sämtliche Blüten in der Umgebung ihrer Nistplätze an.

Während Honigbienen 3-10 Kilometer weit fliegen, beträgt der Flugradius von Wildbienen nur 50 – 300 Meter. Das heißt, dass sich die Nistmöglichkeiten in der Nähe der Futterpflanzen befinden müssen.

Wir können Wildbienen helfen!

Bienen brauchen Blumen

Doch nicht alle Blumen sind geeignet. Nur Pflanzen mit ungefüllten Blüten helfen Bienen. Gefüllte Blumensorten, wie z.B. Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen, sind zwar dekorativ bieten aber keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen.

Besser geeignet sind zum Beispiel Lavendel, Thymian, diverse Obstbäume oder Steinklee. Eine Ausführliche Übersicht bienenfreundlicher Pflanzen gibt es hier: Bienenfreundliche Pflanzen

Bienentränke

Besonders an heißen Tagen haben es Wildbienen schwer geeignete Wasserstellen zu finden.

Mit einem flachen Gefäß wie einer Tonschale, lässt sich ganz einfach eine Tränke für Bienen bauen.

Schale mit Wasser füllen und darin Steine und etwas Moos als Landeplätze für die Bienen platzieren.

Zwei Drittel aller Wildbienen nisten unterirdisch

Diese Wildbienen brauchen sonnige, vorzugsweise leicht sandige Stellen mit schütterem Bewuchs, die den Tieren das Graben einfach machen. Dort bauen sie Brutröhren und legen ihre Eier einzeln in Brutzellen ab. Solche "Sandinseln" kann man gut in extensiv genutzten Gartenbereichen anlegen.

Bienenhotel

Mit so genannten „Bienenhotels“ erleichtern wir den Bienen, sich über Generationen zu erhalten. Bienenhotels kann man selbst bauen oder in verschiedenen Geschäften kaufen.

Doch sowohl beim Kauf, als auch beim Bau einer Bienenunterkuft gibt es einiges zu beachten!

Warum man auf keinen Fall Nadelholz verwenden sollte, Tannenzapfen im Bienenhotel fehl am Platz sind und warum Stroh den Bienen sogar schadet, erfährt man hier.

Auch eine Bauanleitung für ein Bienenhotel gibt es dort.

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Bildnachweise:

Hummel auf Mohn: Josef Pichler, Biene auf Leinkraut: Viktoria Michel, Rasenmäher: USA-Reiseblogger, Hummel im Flug: Woodypino, Biene und Obstbaumblüte: Sven Lachmann, Bienentränke: Onkel Ramirez, Biene auf Sand: AxxLC, Bienenhotel: Ralph